Suchtbericht-Gestalter machen Drogen-Werbung

joan 09 Mai, 2008 13:32 seltsames Permalink Trackbacks (0)

Laut BILD legten Experten des Nationalen Drogen- und Suchtrates ein "Strategiepapier für ein Nationales Aktionsprogramm zur Tabakprävention" vor, in welchem verschiedene Einschränkungen bei der Tabakwerbung sowie Preiserhöhungen für Zigaretten, eine Mindestpackungsgröße und ein umfassendes Verbot von Zigaretten-Automaten vorgesehen ist.

Eigentlich wollte ich mich ja in diesem Zusammenhang auf die Zigaretten-Automaten stürzen, weil, für deren Umstellung auf Chipkarten (ganz im Dieste der Tabaklobby - die Leute haben inzwischen einfach öfter ne Karte als Kleingeld dabei) hat sich Sabine Bätzing ja letztens noch extrem engargiert - und das ganz nebenbei als Jugendschutz-Maßnahme verkauft... Insofern bezweifle ich das sie da ein Verbot durchdrücken will oder kann... Aber dieses Thema läuft nicht weg - und ich bin da noch über was anderes gestolpert - was hier irgendwie ganz herrvorragend passt ;)

Thema Heute, die oben schon angesprochenen Werbe-Beschränkungen... Genauer gesagt das unter anderem geplante, weitgehende Rauchverbot in "Film- und Fernsehproduktionen, die mit öffentlichen Mitteln (co-)produziert werden"... Ich glaub ich les nich recht... Wie kommt die Frau dazu das Rauchen auf eine Stufe zu stellen mit Inhalten "aufdringlich vergröbernder Sexualität oder Brutalität", die laut Filmförderungsgesetz nicht gefördert werden dürfen?  Aber bevor ich jetzt der FDP alles nachplappere - hier, in dieser Pressemitteilung, ist das eigentlich alles gut auf den Punkt gebracht - ich wollte ja auf was ganz anderes hinaus...

...nämlich auf die Rauschgift-Werbung im ganz allgemeinen. Da sollte sich Frau Bätzing nämlich mal an die eigene Nase fassen. Sie könnte zum Beispiel im eigenen Haus anfangen und auf die Werbe-Agentur Zum Golden Hirschen einwirken, welche nicht nur für die Gestaltung des Drogen- und Suchtberichtes des Gesundheitsministeriums zuständig ist, sondern auch die Werbekampangen für Alkohl- und Tabakverkäufer entwirft - sowie diverse Alkohol- und Tabaklobbyisten berät. Hier ein kleiner Auszug der illustren Kunden dieser Agentur:

BDTA (Bundesverband dt. Tabakwarengroßhändler u. Automatenaufsteller), Deutsches Weininstitut, Hövels Bier (Oetker-Gruppe), Radeberger Gruppe, Spielbanken Niedersachsen, Tobaccoland, Ur-Krostitzer, Bundesministerium für Gesundheit

Klar, eigentlich ist das nix Besonderes - Werbefuzzys machen für Geld alles - und man kann denen ja nicht bei der Wahl ihrer Kunden reinreden, aber irgendwie ist es schon komisch wenn der Drogen- und Suchtbericht von Leuten gestaltet wird, die sich ein paar Tage später damit brüsten für Tobaccoland ein Gewinnspiel umgesetzt zu haben, das Zigarettenautomaten für Raucher wieder attraktiv machen soll.


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Kommentare

  1. Drogen- und Suchtbericht: Nichts Neues bei Bätzing

    Drogen- und Suchtbericht: Nichts Neues bei Bätzing

    9. Mai 2008, Grüne im Bundestag: Der Drogen- und Suchtbericht 2008 der Bundesregierung bringt es an den Tag: Der notwendige Wechsel zu einer rationalen und am Menschen orientierten Suchtpolitik ist nicht in Sicht. Zwar beschreibt der Bericht die Situation teilweise zutreffend und formuliert auch durchaus unterstützenswerte Forderungen, in der Sache aber, bei den konkreten Maßnahmen, bleibt alles weitgehend beim alten. Ideologie und der starke politische Einfluss zum Beispiel der Alkoholindustrie oder der Glücksspielbetreiber bestimmen ganz maßgeblich die Suchtpolitik der Bundesregierung. So erschöpft sich die Suchtprävention der Bundesregierung zu einem großen Teil in appellativen und bunten Kampagnen, deren weitgehende Wirkungslosigkeit bei der Reduzierung riskanter Konsumformen und von Abhängigkeit inzwischen erwiesen ist. Die Potenziale der Primärprävention im Sinne einer umfassenden Gesundheitsförderung werden bislang kaum genutzt. Suchtpräventive Maßnahmen müssen jedoch zielgruppengerecht direkt im Lebensumfeld der Menschen ansetzen und das Wissen über die Wirkungen und Risiken des Suchtmittelkonsums verbessern. Zwar fordert der Bericht die Reduzierung der alkoholbedingten Schäden. Maßnahmen etwa zum Jugendschutz bleiben inkonsequent. Die Folge: So nahm die von Jugendlichen pro Kopf konsumierte Alkoholmenge deutlich zu. Der Anstieg ist vor allem auf den gestiegenen Konsum von Bier sowie bier- und weinhaltigen Mischgetränken, sogenannten Alkopops zurückzuführen. Auch das sogenannte Binge Drinking nahm zu. Dennoch verzichtet die Bundesregierung bislang auf eine wirksamere Regulierung z. B. der Alkoholwerbung. Die Jugendschutzbestimmungen bleiben zahnlos, weil Bund und Länder deren Durchsetzung nicht hinreichend kontrollieren. Zudem hintertrieb die Bundesregierung sinnvolle alkoholpolitische Vorschläge der EU-Kommission. Dass Maßnahmen zur Preissteuerung wirksam sind, zeigt hingegen die noch von Rot-Grün eingeführte Sondersteuer für branntweinhaltige Alkopops. Der Anteil der Jugendlichen, die solche Getränke einmal monatlich konsumierten sank von 28% im Jahre 2004 auf 10% im Jahr 2007. Die Medikamentenabhängigkeit wird nach wie vor unterschätzt. Die Bundesregierung sieht weiterhin in erster Linie ÄrztInnen, ApothekerInnen und PatientInnen in der Verantwortung und scheut sich davor, selbst tätig zu werden. Dabei gibt es allein im Hinblick der epidemiologischen Forschung – insbesondere zu abhängigen Frauen und älteren Menschen - massive Defizite. Auch in der Suchtbehandlung reichen die spezialisierten Angebote für Medikamentenabhängige bei weitem nicht aus. Auch beim Glücksspiel steckt die Bundesregierung den Kopf in den Sand. So löblich die verstärkten Bemühungen um Aufklärung und Prävention im Rahmen des neuen Staatsvertrages zum Glücksspielwesen sein mögen, so unzureichend sind sie. So sind Geldspielautomaten in Kneipen und Spielhallen für 80 Prozent der behandlungsbedürftigen Spieler verantwortlich. Geldspielgeräte werden im gesamten Bericht jedoch nicht einmal erwähnt, Abhilfe für die Betroffenen – insbesondere suchtpräventive Reglungen für die Spielgeräte - lässt weiter auf sich warten. Nachdem die Bundesregierung im Jahr 2006 das Suchtpotential dieser Geräte durch eine Änderung der Spieleverordnung weiter vergrößert hatte, ignoriert sie nun die Folgen, wie auch die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der grünen Fraktion zu diesem Thema zeigt (Drs. 16/5687). Das zunehmende Problem der Medienabhängigkeit, insbesondere der Internet- und Computerspielsucht, wird von der Bundesregierung ebenfalls weitgehend ignoriert. Wie ein Fachgespräch unserer Fraktion am 21. Mai 2007 gezeigt haben, besteht auch hier dringender Handlungsbedarf. Auf diesen haben wir mit einem eigenen Antrag reagiert (Drs. 16/7836). Auch wenn der Drogen- und Suchtbericht auf die formale Trennung in legale und illegale Drogen weitgehend verzichtet, an der allein auf plumpe strafrechtliche Besitzverbote setzenden Angebotskontrolle und Angebotsreduzierung bei Cannabis ändert sich nichts. Dabei zeigt sich gerade beim Cannabis, dass ein undifferenziertes Verbot keine anderen wirksameren staatlichen Steuerungsinstrumente zulässt. Maßnahmen zur Schadensminderung wie Drug-Checking-Programme oder zur zielgruppengerechten Suchtprävention sind in einem prohibitiven Umfeld schwerlich realisierbar. Nicht nur die Cannabispolitik auch die Blockade der Koalition bei der Heroinbehandlung für schwer Opiatabhängige Menschen unterstreicht, dass die Suchtpolitik der Bundesregierung eine starke ideologische Komponente hat. Dies wirkt sich zum Beispiel auf die Versorgungsqualität bei Therapie- und Überlebenshilfe für heroinabhängige Menschen aus. Eine wenn auch zaghafte aber insgesamt sinnvolle Weiterentwicklung der Methadonbehandlung wird durch die Union in Bund und Ländern bislang verhindert. Wir haben in unserem Antrag zur Heroinsubstitution sinnvolle Vorschläge zu deren Weiterentwicklung gemacht (Drs. 16/8212).

    Quelle: Grüne Bundestagsfraktion: Drogen- und Suchtbericht 2008: Nichts neues bei Bätzing http://www.gruene-bundestag.de/cms/drogen/dok/232/232044.nichts_neues_bei_baetzing.html

    geschrieben von BND — 04 Jun 2008, 12:57

  2. Was zählt, fehlt

    Auch dieses Jahr nutzt unsere Drogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) die Vorstellung des alljährlich erscheinenden Drogen- und Suchtberichts ausschließlich zur Selbstdarstellung. Besonders das dem Hanf gewidmete Kapitel fällt durch unvollständige und rechnerisch nicht immer nachvollziehbare Aussagen ins Auge:

    Anders als die Jahre zuvor wird bei Cannabis, im Gegensatz zu allen anderen erwähnten Substanzen, keine Gesamtkonsumetenzahl angegeben. Das macht die Einschätzung der restlichen Zahlen und Statistiken zum Thema unmöglich. Warum der Bericht dies verschweigt, wird nicht kommentiert.
    Im Drogen- und Suchtbericht des vergangenen Jahres hieß es:
    “Rund zwei Millionen (...) Menschen konsumieren in Deutschland regelmäßig Cannabis, etwa 400.000 von ihnen weisen einen missbräuchlichen oder abhängigen Konsum auf.“ Dieses Jahr steht dort: „Insgesamt etwa 600.000 Personen in Deutschland zwischen 18 und 64 Jahren missbrauchen Cannabis (380.000) oder sind von Cannabis abhängig (220.000). Damit hat sich die Zahl der Cannabismissbraucher seit 1997 deutlich erhöht.“

    Dieses Jahr ist die Zahl der „Cannabis-Abhängigen“ demnach um 50% angestiegen. Auch diese ungewöhliche Ansteig wird nicht kommentiert oder gar einer Gesamtkonsumentenzahl gegenübergestellt. Vermutlich würde die geringe Abhängigkeitsquote einfach nicht in das gewünschte Bild vom besonders gefährlichen Rauschmittel passen. Nach den letzten verfügbaren Angaben der Bundesregierung von 2004 dürfte die Zahl der aktuellen Cannabiskonsumenten in Deutschland, die innerhalb der letzten 12 Monate Cannabis mindestens einmal konsumiert haben, bei etwa vier Millionen liegen. Angenommen, die hohe Zahl von 400.000 Abhängigen und „Missbrauchern“ aus dem Drogenbericht 2007 stimmt, dann heißt das, dass immer noch 90 Prozent der Konsumenten nicht von Abhängigkeit oder Missbrauch betroffen sind. (Quelle: Deutscher Hanfverband)

    Liest man aufmerksam weiter, erhärten sich die Zweifel an der Glaubwürdigkeit:

    „...die Lebenszeitprävalenz und die 12-Monatsprävalenzraten im Vergleich zu den Zahlen von 2003 in allen Altersgruppen (zum Teil stark) rückläufig sind. Lediglich bei den regelmäßigen Cannabiskonsumierenden ist die Tendenz gleichbleibend.“

    Mehr „Cannabismissbraucher und Abhängige“, dafür aber weniger Kiffer und ein allgemeiner Rückgang des Konsums? Wieder ohne eine absolute Zahl von Konsumenten gegenüber zu stellen. Das sprengt die Gesetze der Mathematik.
    Auf dieser Grundlage fällt es natürlich leicht, die Zahlen so zu interpretieren, wie es genehm ist. Das macht Frau Bätzing dann auch, indem Sie weiterhin auf abstinenzorientierte und repressive Politik setzt und auch ausschließlich solche Projekte fördert. Projekte mit dem Ansatz zum kontrollierten Konsum oder einer Konsumentensicherheit werden in ihrem Hause klein geredet und nicht gefördert.

    Im Kapitel über Cannabis wird das Wort „Todesfall“ nicht einmal erwähnt, bei den legalen Drogen Alkohol und Nikotin spricht der Bericht von insgesamt 182.000 Todesfällen. Trotzdem spricht unsere Drogenbeauftragte von „einer neuen Gefährlichkeit von Cannabis“. Kurz nach Vorstellung des Berichts musste sie im Internetportal www.abgeordnetenwatch.de wiederum einräumen, dass die Existenz von genmanipuliertem Gras eine Erfindung der Boulevardpresse ist.

    Natürlich wird auch das Thema, das HanfkonsumentInnen im vergangenen Jahr direkt und unmittelbar betroffen hat, mit keinem Wort erwähnt. Trotz fast zweihundert Bleivergiftungen und einer wahrscheinlich noch viel höheren Dunkelziffer wird auf die gesundheitliche Gefährdung durch Streckmittel nicht eingegangen. Dass diese viel größer ist als die Gefahr, die ein gelegentlicher Cannabiskonsum beinhaltet, will Frau Bätzing nicht wahr haben. Noch immer beantwortet sie jede Frage zu Streckmitteln mit dem Verweis auf die Möglichkeit der Abstinenz. Sie fordert selbst von mündigen Bürgern mit völlig unproblematischen Konsummuster, die mitten im (Berufs- oder Familien)-Leben stehen, völlige Abstinenz.

    Mündige HanfliebhaberInnen gibt es in ihren Augen nicht. Die absolute Zahl der Kiffer wird durch Schönreden, Verschweigen oder anderer Interpretationsansätze auch nicht weiter sinken. So kann das nie was werden, ein Dialog sieht anders aus.

    geschrieben von Hanf Journal — 04 Jun 2008, 12:59

  3. Roulette im Internet

    Ich merke gerade das ich diesen Blog deutlich öfter lesen sollte- da kommt man echt auf Ideen.

    geschrieben von internet roulette — 07 Mai 2010, 14:59

  4. Gewinnen mit Roulette

    Tja, das Leben kann so scheisse sein, mann muss sich nur mühe geben.

    geschrieben von Roulette Gewinnen — 08 Mai 2010, 20:21

  5. Strategie Roulette

    Irgend ne Ahnung wie sehr das verallgemeinerbar ist?

    geschrieben von online roulette strategie — 09 Mai 2010, 08:44

  6. Roulette Mit Strategie

    An sich n cooler post, aber kannst beim nachsten mal n bisschen detailierter sein?

    geschrieben von roulettestrategie — 11 Mai 2010, 21:48

  7. Roulette Strategie

    Ich merke gerade das ich diesen Blog deutlich ofter lesen sollte- da kommt man echt auf Ideen.

    geschrieben von roulettestrategie — 12 Mai 2010, 13:50

  8. Systeme fur Roulette

    Lustig, ich hatte garnicht gedacht das das *wirklich* so funktioniert. Komische Welt.

    geschrieben von Roulettesysteme — 12 Mai 2010, 20:23

  9. Online Gewinnen

    Ich denke das ist eh nur ne Modeerscheinung.

    geschrieben von gewinnen online — 13 Mai 2010, 18:58

  10. Roulette Spiel

    Lustig, ich hatte garnicht gedacht das das *wirklich* so funktioniert. Komische Welt.

    geschrieben von Roulette Spiel — 14 Mai 2010, 05:06

  11. Roulettespielen

    Tja, das Leben kann so einfach sein, mann muss nur gluck haben.

    geschrieben von roulette spielen — 27 Mai 2010, 09:11

  12. Onlinecasino Roulette

    Ich denke das ist eh nur ne Modeerscheinung.

    geschrieben von Fred Gutsleut — 08 Jun 2010, 16:27

  13. Roulette For Online Casino

    Der Mensch ist ein Schwein, kann man einfach nciht anders sagen

    http://www.online-roulette-gewinnen.com/win-money-at-roulette.htm

    geschrieben von Manuel Eduard — 08 Jun 2010, 23:01


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