Verarschung 2.0

joan 16 August, 2007 19:07 politisches Permalink Trackbacks (0)

Mensch, unsere Regierung hält sich wirklich für besonders schlau, und uns wohl für ziemlich Blöde. Ein Beispiel gefällig? Bittesehr: Hier die neueste Dummheit aus dem Hause Schmidt/Bätzing.

Vorspiel: Der DHV verlangt eine offizielle Warnung der sogenannten Drogenbeauftragten Sabine Bätzing vor den Gefahren von gestrecktem Grass. Selbst nach fast 900 Anfragen lässt sich die Frau zu keiner Antwort herab, also wird vom Hanfverband eine erneute Aktion gestartet. Empfänger: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, welche auf die Ignoranz ihrer Untergebenen hingewiesen werden sollte.

Mittelteil: Und siehe da, es kommt tatsächlich etwas das auf dem ersten Blick nach einer Antwort aussieht. Der Inhalt lässt einen aber mit den Ohren schlackern, denn im Wesentlichen beschränkt er sich auf folgendes:

[...] Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Frau Bätzing, MdB, hat bereits eine Reihe von individuellen Hinweisen und Fragen im Zusammenhang mit dem Thema "Gestrecktes Cannabis" zur Kenntnis genommen und beantwortet. Die in Ihrer Mail eingangs aufgestellte Behauptung [Anmerkung: das Fr.Bätzing Anfragen zum Thema ignoriert und nicht informiert] trifft nicht zu. [...] Antworten auf Ihr Anliegen sowie die Sichtweise der Bundesregierung finden Sie auf der Homepage der Drogenbeauftragten (www.drogenbeauftragte.de) im Bereich Cannabis unter "Risiken des Cannabiskonsums". [...]

Nun, wer eine Antwort oder eine Stellungnahme von Frau Bätzing zu diesem Thema hat möge sie vorzeigen, ich behaupte der erste Satz ist eine glatte Lüge. Der zweite Teil ist aber eine bodenlose Frechheit. Es wird unterstellt die Bundesregierung informiere ja über das Thema und ignoriere es nicht, man könne ja Information auf den offiziellen Seiten finden und die Aktion wäre quasi sinnlos.

Und tatsächlich, schaut man sich die angegebene Homepage an - man findet dort die erste offizielle Information zu verunreinigtem, gesundheitsgefährlichem Cannabis - als wäre es selbstverständlich und schon immer so gewesen. Und die doofen Kiffer nerven trotzdem noch rum...

Dickes Ende: Allein, seit wann diese Information dort stehen, das sieht man nirgendwo. Könnte man das bei vorherigen Besuchen  übersehen haben? Oder wurde die Seite extra für die Antwort noch schnell angepasst? Vielleicht um irgendetwas zu haben, auf das man verweisen kann, um nicht als völlig ignorant zu gelten und um die Vorwürfe ad absurdum zu führen? Naheliegend wäre es ja, nur wie soll man das beweisen? Hat denn keiner einen Screenshot von gestern?

Hrhr, wir haben einen :)
Und zwar dank dem Google-Cache einen ziemlich aktuellen. *lach*

Also, die offizielle Antwort auf die Protest-Aktion kam am 15.08.2007.

Am selben Tag, kurz vor Sieben (04:47:33 GMT.) , sah die Drogenbeauftragten-Page laut Google-Cache noch so aus:

alte Version


Dann brauchte jemand noch was Handfestes für seine Antwort-Abfertigung - und so kann der interessierte Leser sich ein paar Stunden später über folgenden Extra-Passus freuen:

neue Version


Der neue Absatz (hier in blau) ist dezent verlinkt mit folgender, ebenfalls neuen, Page. Auf dieser ist dann unter anderem folgendes zu bewundern:

Im Internet häufen sich Hinweise, dass verunreinigtes Cannabis im Umlauf ist. Dies birgt ein zusätzliches Risiko für die Gesundheit der Konsumenten und Konsumentinnen. Bei den Verunreinigungen soll es sich um mikroskopisch kleine Glassplitter, Sand, feines Plastik-Granulat oder flüssigen Kunststoff handeln, die zur Streckung beigemischt werden. In Folge benannte Symptome sind Brennen im Mund, Atemprobleme, lang anhaltender Husten oder Blutauswurf. Ähnliche Beobachtungen wurden aus Frankreich, Belgien, Luxemburg, Großbritannien und den Niederlanden gemeldet. Weitere Informationen dazu können der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN "Aufklärungsmaßnahmen zu gesundheitlichen Risiken durch verunreinigte Cannabisprodukte" entnommen werden. Wie das britische Department of Health vertritt auch die Bundesregierung die Auffassung, dass eine geeignete Strategie, die gesundheitlichen Risiken des Konsums von verunreinigtem Cannabis zu vermeiden, darin besteht, auf den Konsum von Cannabis überhaupt zu verzichten. Antwort der Bundesregierung 16/5583

So, und jetzt darf sich jeder selbst für Dumm verkauft fühlen :)


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Kommentare

  1. Politik ist...

    Tja, wann verstehen die Leute das endlich: die Politik ist nur da um der Bevölkerung zu verklickern was die Wirtschaft von ihnen will.

    np: fettes Brot - Silberfische in meinem Bett

    geschrieben von corny — 21 Aug 2007, 16:48

  2. Drei Kommentare?

    Da steht '3 Kommentare' unter dem Artikel, aber wenn ich da draufklicke, sehe ich nur einen. Das Blogscript scheint kreativ zu zählen, ist evtl. sogar selbst auf Drogen ..

    Wann gibt es mal wieder neue Beiträge? Sind die Medien etwa immer noch am runterkommen?

    geschrieben von Dr. Greenthumb — 08 Okt 2007, 19:53

  3. scheiss deutschland---fuck regierung.es müssen wohl erst paar 14 jährige elendich verreken oder ins krankenhaus...

    geschrieben von peter aus salzgitter — 19 Okt 2007, 10:42

  4. Manuel B. aus salzgitter

    grüsse an alle kiffer aus SALZGITTER....hoffe euch gehts gut.

    geschrieben von peter — 19 Okt 2007, 10:55

  5. Blog

    gibts auch nen paar bilder oder so? in den alben hab ich nix gefunden!

    geschrieben von Blog — 18 Aug 2008, 12:09

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