Mit Gen aber ohne Enzym?

joan 16 August, 2007 11:55 märchenhaftes, zitiertes Permalink Trackbacks (0)

Woher beziehen Drogenhelfer eigentlich ihre Informationen? Von Ärzten? Dem Gesundheitsministerium? Von Gärtnern? Oder per Post? Letzteres trifft es ganz gut, leider aber kommen die Fakten nicht mittels der Gelben - sondern aus der Stillen Post, dem perfekten Übermittler von Schauergeschichten wie der heutigen. Eingeflüstert wurde sie von Unbekannt, hinzugedichtet und weitergeben wie folgt von Mitarbeitern der Jugend- und Drogenberatung Drobs in Achern:

[...] Zum Problem wurde in den letzten Jahren das Angebot gentechnisch veränderter Hanfsorten. Der hohe Anteil des Wirkstoffs THC und ein bei der Züchtung weggefallenes Pflanzenenzym hat die Gefahr von plötzlich auftretenden Psychosen drastisch verschärft. Die für eine psychische Störung anfälligen Konsumenten wirken apathisch und leiden unter massiven Angst- und Wahnvorstellungen. Es gibt Klienten, die drei bis vier Tage nach dem Konsum eines Joints noch immer unter dem Einfluss der Droge stehen. [...]

Gut, an die genmanipulierten Pflanzen hab ich mich ja langsam gewöhnt, obwohl mir bisher kein Fachhändler damit aushelfen konnte, scheinen die ja inzwischen überall zu sein - aber was zum Henker soll jetzt der Kram mit den fehlenden Enzymen wieder? Ich hab nicht mal absurde Quellen für diese Behauptung finden können?! Sehen wir hier den Beginn einer neuen Legende? Nunja, mal schauen wo der Mist das nächste mal auftaucht. Ich denke, lange wird es nicht dauern ;)

bytheway: Im Artikel ist am Rande noch ein bemerkenswerter Satz zu lesen: [...] lobt die in Achern besonders ausgeprägte »enge Vernetzung und Kooperation« von Gericht, Bewährungshelfer, Polizei und des Amtes für Arbeitsförderung in Achern. [...] Rund 25 Prozent kommen aus eigenem Antrieb zur Drobs, 14 Prozent werden von der Familie oder Freunden zu diesem Schritt veranlasst. [...]

Ergo: 61% werden von offiziellen Stellen zur freiwilligen Beratung genötigt - und wahrscheinlich werden das kaum die 17 Prozent aller Beratenen mit Alkohol als Hauptdroge sein. Und dann gibts wieder großes Geschrei von wegen "immer mehr Cannabis-Süchtige landen in den Suchtberatungen und Kliniken" - wenn das mal nicht praktisch ist.


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Kommentare

  1. Neue Sorten mit hohem THC-Gehalt

    Ich halte auch nix von diesen übertriebenen Bericherstattungen und der sogenannten "Stillen Post".
    Ich rauche nun seit etlichen Jahren und habe bezüglich Konsumform und Sortenvielfalt etliche Erfahrungen,doch ich habe jetzt eine dieser neuen Züchtungen kennengelernt und ich muß ehrlich sagen,ich hatte das Gefühle :entweder ich habe noch nie Gras geraucht,oder das Gras ,was ich da rauchte kam von einem anderen Stern!Jeder muß selber wissen,was man tut,aber das Zeug sollte man nur bewußt und mit Vorsicht genießen!

    geschrieben von Sarah — 10 Dez 2007, 08:30

  2. Hallo,

    das klingt recht beängstigend. Ich frage mich auch immer wieder, was noch “echt” ist, was man essen sollte, was besser nicht. Welchen Studien man glauben kann und vor allem wer uns da steuert. Die Antworten sind eigentlich klar - nur ist es nahezu unmöglich “echt” zu leben.

    Besorgte Grüße
    Sarah

    geschrieben von Sarah — 12 Nov 2010, 03:25


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