Von guten und bösen Cannabinoiden

joan 13 Juni, 2007 19:21 seltsames Permalink Trackbacks (0)

Die forschenden Pharmaunternehmen haben sich ja schon lange auf den Hanf gestürzt. Schließlich kann man damit - nicht zuletzt dank des Verbotes - auf vielfältige Weise Geld verdienen. Während man für eine kleine Menge Marihuana Probleme mit den Behörden bekommt kann man die selbe Menge THC in synthetischer Form legal - und für ein Schweine-Geld - auf Rezept in der Apotheke kaufen. So verwundert es auch kaum das viele Unternehmen daran arbeiten endlich den guten Hanf vom Bösen zu extrahieren, ohne Rauschwirkung könnte man Cannabis-Medikamente schließlich auch ohne Betäubungsmittel-Rezept vertreiben.

acompliaAber auch ein völlig neuer Markt ist am entstehen, sogenannte Cannabinoid-Blocker sollen Rezeptoren lahmlegen an denen körpereigene Cannabinoide andocken. Als kleines Beispiel sei hier das "Medikament" Zimulti von Sanofi-Aventis benannt, welches in vielen Ländern und der EU seit längerem unter dem Namen Acomplia verkauft wird. Der Wirkstoff Rimonabant verhindert das Andocken von Cannabinoiden an Rezeptoren im Gehirn und blockiert dadurch Heißhungersignale - was gegen Übergewicht helfen soll.

Leider hat der Hersteller noch ein paar Problemchen mit der Zulassung in Amerika, heute steht mal wieder eine Entscheidung der FDA an, bisher war die Behörde aufgrund von ein paar Nebenwirkungen nicht bereit dazu. "Bedenken über nachteilige Wirkungen bleiben bestehen, vor allem bei den nachteiligen psychiatrischen Reaktionen." Auftretende Probleme bei Patienten sind zum Besipiel: Unwohlsein, Persönlichkeitsveränderung, Alpträume, Depressionen, Selbstmordrisiken, diverse psychiatrische sowie neurologische Probleme und Krampfanfälle. Aber das ist kein Problem für Sanofi-Aventis, so überstiegen die positiven Wirkungen (in Verbindung mit Diät 5% Gewichtsverlust) mögliche Risiken, die zudem in der klinischen Praxis behandelbar seien.

Auf Deutsch, ein Fettleibiger von sagen wir mal 160 Kilo Körpergewicht kann mit dem Zeug (und mit Diät - ha ha) im Jahr ganze 8 Kilo abnehmen, wenn er sich nicht bis dahin wegen seiner Depressionen vom Dach gestürzt hat. Das Hilfsmittel dafür bekommt er in der Apotheke, in Deutschland bis vor ein paar Monaten sogar ohne Zuzahlung, gesponsort von den Krankenkassen. Ein MS-Kranker hingegen sollte lieber nicht nach natürlichem, bezahlbaren Cannabis fragen. Denn wägen unsere Behörden hier zwischen positiven Wirkungen und Risiken ab werden sie zu dem Schluss kommen das ein bisschen "Rausch" auf jeden Fall schwerer wiegt als ein schmerzfreies Dasein.

aktuelle Links zum Thema:
Medikament gegen Übergewicht beeinflusst Psyche
Körpereigene Cannabinoide wirken entzündungshemmend
Haschisch-Salbe kann Allergikern helfen
Wikipedia: Cannabinoide

Update vom 14.06.2007 - 20:15:47

In Amerika wurde Acomplia aus obengenannten Gründe nicht zugelassen. Die Aktien von Sanofi-Aventis brauchen daraufhin um 6,7 Prozent ein.


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Kommentare

  1. flip flops
    get siwy denim

    geschrieben von sales — 03 Jan 2011, 18:01


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