Gen-Hasch-Zitat stammt von den GRÜNEN

joan 11 Mai, 2008 13:52 märchenhaftes, politisches Permalink Trackbacks (0)

Kleiner Nachtrag zum Gen-Haschisch-Artikel... Micha vom Hanfjournal hat herausgefunden, dass der dort zitierte Michael Bay nicht nur Autor von Kriminalromanen und Diplom-Psychologe ist, sondern auch Pressesprecher der GRÜNEN in Kleve - was die Sache nicht unbedingt besser macht...

Ich hatte ja auch noch nen Kommentar bei RP-Online hinterlassen, in welchem ich mal freundlich angefragt habe auf welchen Tatsachen die Behauptungen basieren. Kurz darauf kam dann folgende Antwort: "Vielen Dank für den Hinweis, wir werden das überprüfen. Freundliche Grüße aus der Redaktion." Allein, das wars dann auch, und heute war nicht nur der Artikel unverändert vorhanden - im Gegenteil - die beanstandeten Passagen werden von der RP-Mediengruppe fröhlich weiterverbreitet. Unter der Überschrift Kiffen bis der Staatsanwalt kommt sieht man gut was dabei herrauskommt, wenn man seine Leser derart informiert verblödet...

Naja, ich hab nochmal nachgehakt und gefragt wie weit die Recherche jetzt gediehen ist, aber wie gesagt, es wäre fast ein Wunder wenn da noch was kommt...


Marlboro-Mann berät Berater?

joan 09 Mai, 2008 21:32 politisches Permalink Trackbacks (0)

Ich glaube, Phillip Morris hat einen Vertreter im Nationalen Drogen- und Suchtrat, wahrscheinlich sogar den Marlboro-Mann persönlich. In der Welt Online ist zu lesen das der Glimmstengel-Marktführer der Bundesregierung gerade mit Werksschließung droht falls seine Vorstellungen im Bereich des Jugenschutzes nicht endlich durchgesetzt werden. Ja, richtig gelesen:

[...] Nach WELT-ONLINE-Informationen aus der Zigarettenbranche verlangt der US-Konzern, dass die Bundesregierung die Packungen von heute 17 Stück auf mindestens 20 Zigaretten per Gesetz festschreibt. Dadurch wären Preiserhöhungen möglich. Packungspreise von fünf Euro am Automaten wären dann bei entsprechend mehr Inhalt denkbar. Philip Morris droht der Bundesregierung nach den Informationen damit, anderenfalls das Werk in Berlin mit rund 1000 Mitarbeitern oder in Dresden mit rund 400 Beschäftigten dichtzumachen. [...] Begründet wurde die Forderung mit der Produktionstechnik in den Werken, mit dem Jugendschutz und tabaksteuerlichen Gesichtspunkten. [...]

Moment, kommt einem das nicht irgendwoher bekannt vor? Hat nicht gerade heute erst der Drogen- und Suchtrat (hier auch in der Welt Online) exakt dasselbe gefordert?

[...] Experten des Nationalen Drogen- und Suchtrates fordern ein schärferes Vorgehen gegen das Rauchen. [...] Für Zigarettenschachteln solle die Mindestgröße demnach bei 20 Stück liegen, was die Packungen verteuern könne. Zudem werde ein Werbeverbot für Großplakate geprüft. Die Geschäftsstelle der Bundes-Drogenbeauftragten Sabine Bätzing (SPD) bestätigte diese Vorschläge. [...]

Mensch wie praktisch, ein Schelm wer Böses dabei denkt. Selbst Marianne Tritz, EX-Bundestagsabgeordnete und Mitglied der GRÜNEN - jetzt Geschäftsführerin beim Deutschen Zigarettenverband (bei dem PM nicht mitmischt) ist höchst erstaunt und kann es noch nicht ganz fassen... Das scheint mir eher wieder so ein interner Graben- und Verteilungskampf der Drogenmafia zu sein, mal schauen was da noch kommt...


Suchtbericht diffamiert Alkohol in riskanter Weise

joan 06 Mai, 2008 16:50 politisches, seltsames Permalink Trackbacks (0)

Der Suchtbericht ist ja grade in aller Munde. Ich breite den jetzt hier aber nicht auch nochmal aus sondern beschränke mich mal lieber auf die kleinen, seltsamen Verschreiber der Presse, die seltsamen Rechtfertigungen der Alkohollobby und die üblichen - aber nicht weniger seltsamen - Formulierungen im Bericht selber... Alles sehr seltsam also, aber lest selbst:

Im Drogen- und Suchtbericht findet man die (offizielle) Anzahl der Konsumenten und Süchtigen für verschiedene Drogen... Bei Cannabis heißt es unter anderm: 

[...] Der Epidemiologische Suchtsurvey von 2006 geht davon aus, dass in Deutschland insgesamt etwa 600.000 Personen zwischen 18 und 64 Jahren Cannabis entweder missbrauchen (380.000) oder von Cannabis abhängig sind(220.000). [...]

Bei Alkohol werden die Zahlen wie folgt angegeben:

[...] 9,5 Millionen Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in riskanter Weise. 1,3 Millionen Menschen sind alkoholabhängig. [...]

Na? Wer findet den fett hervorgehobenen Unterschied? Genau, legalen Alk missbraucht man nicht, man trinkt nur in riskanter Weise - währendessen diese kriminellen Haschspritzer von unserem Geld schon morgens ... *argh* ... Aber egal, das regt mich schon garnicht mehr auf... Lustig ist nur mal wieder die BILD, bei denen wird aus riskantem Konsum nämlich: "9,5 Millionen konsumieren riskante Mengen Alkohol" - aber hey, gehupft wie gesprungen... Und so genau nehmen es ja auch andere nicht immer, bei der Süddeutschen Zeitung zum Beispiel scheint die DMAZ-Taste zu klemmen: 

[...] Doch regelmäßigen Missbrauch oder Abhängigkeit gibt es auf gleichbleibend hohem Niveau bei etwa 600 000 vorwiegend jungen Erwachsenen - deutlich mehr als in den Vorjahren. [...] 

Oh, noch paar schöne Zitate gefällig? Der DBB (Deutscher Brauer-Bund) weint gar bitterlich ob der bösen Wortwahl der fiesen Drogenbeauftragten... Dabei kommt die Alkoholiker-Fraktion ja sogar noch halbwegs gut weg ;-) Hier ein Best-Of der DMM-Pressemitteilung:

[...] "Der Drogen- und Suchtbericht 2008 erweckt den Eindruck, dass aus dem Land der Dichter und Denker ein Land der Säufer und Trinker geworden ist." [...] Die Realität ist nach seinen Angaben jedoch eine gänzlich andere: Allein im Zeitraum von 1990 bis 2006 ist der Alkoholkonsum um rund 16 Prozent zurückgegangen.

Bei Alkohol von einer "Alltagsdroge" zu sprechen sei eine Diffamierung.
Mehr als 95 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gingen sach- und situationsgerecht im Alltag mit alkoholhaltigen Getränken um. Verantwortungsbewusster Alkoholkonsum sei in Deutschland Teil des kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens.

[...] Geradezu hinters Licht führe die Aussage im Drogen- und Suchtbericht, die Einführung der Sondersteuer für Alkopops habe zu einem Konsumrückgang geführt. „Zeitgleich mit der Einführung der Sondersteuer ist der Wod-ka-Konsum gestiegen, da Jugendliche wieder selbst mixen“, erklärt Hahn. Die Verbots- und Besteuerungspolitik könne vom Ergebnis her nicht als Erfolg eingestuft werden.

Auch die Drogen- und Suchtpolitik müsse zur Kenntnis nehmen, dass eine nachhaltige Veränderung von menschlichem Verhalten sich nicht gesetzlich verordnen lässt. [...]

...aber das wäre wohl doch etwas zu viel verlangt ;-)


Sabine Bätzings Untätigkeitsbericht

joan 30 April, 2008 13:58 politisches, seltsames Permalink Trackbacks (0)

Bei einem Besuch im Troisdorfer Café Koko warb unsere Drogenbeauftragte Sabine Bätzing vor einigen Tagen mal wieder "nachdrücklich" für die Behandlung Heroinsüchtiger mit Diamorphin, also pharmazeutisch hergestelltem Heroin.

[...] Studien hätten belegt, dass die kontrollierte Verabreichung große Vorteile bringe: Unter anderem breche die Drogenszene weg einschließlich aller Begleiterscheinungen von Ladendiebstählen bis hin zu Gewaltdelikten. "Darin Heroin auf Krankenschein zu sehen, ist falsch", so Bätzing. "Das ist ein Medikament." [...]


Nun, klingt ja ganz gut, man könnte fast meinen es wäre nur noch eine Frage der Zeit bis das BtmG geändert - und aus dem erfolgreichen Modellversuch ein bundesweites Projekt geworden ist. Nunja... Fast... Denn der Artikel geht noch weiter, direkt im Anschluss beklagt Frau Bätzing völlig richtig:

[...] Nach ihrer Darstellung kommt die flächendeckende Einführung des Präparates, für die der Bundestag das Betäubungsmittelgesetz ändern muss, nicht voran. Seit Februar 2006 werde das Thema diskutiert: Es gebe Unsicherheit, und die Patienten hingen in der Luft. Der Gesundheitsausschuss werde in den nächsten Tagen lediglich einen "Untätigkeitsbericht" vorlegen. [...] Sie fürchtet vor allem, dass den vorhandenen Modellprojekten bald die Luft ausgehen könnte. [...]


Nun, schön Gesprochen, der Untätigkeitsbericht, wie Sabinchen es so schön formuliert, liegt jetzt auch vor - und besteht zu einem großen Teil aus folgendem Satzfragment:

[...] Mit den Stimmen der Mitglieder der Fraktionen der CDU/CSU und SPD gegen die Stimmen der Mitglieder der Fraktionen FDP, DIE LINKE, B90/DIE GRÜNEN [...] vertagt [...]

Aber Moment mal, Sabine Bätzing ist doch Mitglied in der SPD? Warum stimmen deren Mitglieder im Gesundheitsausschuss jedes mal mit der CSU/CSU für weitere Vertagungen? Hat denn Sabine, als Fachfrau in ihrer Partei, zu diesem Thema nix zu sagen? Warum kriegt sie den Gesundheitsausschuss nicht auf Linie obwohl ein paar SPD-Mitglieder in selbigem ausreichen würden um die CDU/CSU-Linie zu durchbrechen? ...öh... Moment mal... Was seh ich da? In der Tat, sie sitzt ja sogar selber im Gesundheitsausschuss, wenn auch nur stellvertretend. Es wäre ja fast mal interessant zu wissen ob und wie Madame dort selber abgestimmt hat, aber ähnlich wie bei der Diätenerhöhung gibt es ja auch für solche Fälle noch das Standart-Reportoire politischer Ausreden Erklärungen - wie zum Beispiel die immer sehr beliebte Fraktionsdisziplin. Hier ein Zitat von ihr dazu, gefunden bei Abgeordnetenwatch:

[...] Ich habe daher der Fraktionsdisziplin folgend ebenfalls für den Antrag gestimmt. Wohlgemerkt, nicht wegen eines Fraktionszwanges, sondern wegen meiner freien Entscheidung, Entschlüsse der Fraktion auch mitzutragen. Ich wünsche mir auch, dass im umgekehrten Fall, wo die Mehrheit der Fraktion einen von mir befürworteten Sachverhalt unterstützt, sich auch alle an diese Vorgabe halten. Ist dies nämlich nicht der Fall, wird es schwer sein, parlamentarische Mehrheiten zustande zu bekommen. [...]


Ui... da hat sie sich ja schön reinlegen lassen. Wo ist denn nun die Mehrheit der Fraktion die auch mal einen von ihr befürworteten Sachverhalt unterstützt? Ich seh nix, aber vielleicht spart sie ja auch noch fürs Rauchverbot.


Verarschung 2.0

joan 16 August, 2007 19:07 politisches Permalink Trackbacks (0)

Mensch, unsere Regierung hält sich wirklich für besonders schlau, und uns wohl für ziemlich Blöde. Ein Beispiel gefällig? Bittesehr: Hier die neueste Dummheit aus dem Hause Schmidt/Bätzing.

Vorspiel: Der DHV verlangt eine offizielle Warnung der sogenannten Drogenbeauftragten Sabine Bätzing vor den Gefahren von gestrecktem Grass. Selbst nach fast 900 Anfragen lässt sich die Frau zu keiner Antwort herab, also wird vom Hanfverband eine erneute Aktion gestartet. Empfänger: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, welche auf die Ignoranz ihrer Untergebenen hingewiesen werden sollte.

Mittelteil: Und siehe da, es kommt tatsächlich etwas das auf dem ersten Blick nach einer Antwort aussieht. Der Inhalt lässt einen aber mit den Ohren schlackern, denn im Wesentlichen beschränkt er sich auf folgendes:

[...] Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Frau Bätzing, MdB, hat bereits eine Reihe von individuellen Hinweisen und Fragen im Zusammenhang mit dem Thema "Gestrecktes Cannabis" zur Kenntnis genommen und beantwortet. Die in Ihrer Mail eingangs aufgestellte Behauptung [Anmerkung: das Fr.Bätzing Anfragen zum Thema ignoriert und nicht informiert] trifft nicht zu. [...] Antworten auf Ihr Anliegen sowie die Sichtweise der Bundesregierung finden Sie auf der Homepage der Drogenbeauftragten (www.drogenbeauftragte.de) im Bereich Cannabis unter "Risiken des Cannabiskonsums". [...]

Nun, wer eine Antwort oder eine Stellungnahme von Frau Bätzing zu diesem Thema hat möge sie vorzeigen, ich behaupte der erste Satz ist eine glatte Lüge. Der zweite Teil ist aber eine bodenlose Frechheit. Es wird unterstellt die Bundesregierung informiere ja über das Thema und ignoriere es nicht, man könne ja Information auf den offiziellen Seiten finden und die Aktion wäre quasi sinnlos.

Und tatsächlich, schaut man sich die angegebene Homepage an - man findet dort die erste offizielle Information zu verunreinigtem, gesundheitsgefährlichem Cannabis - als wäre es selbstverständlich und schon immer so gewesen. Und die doofen Kiffer nerven trotzdem noch rum...

Dickes Ende: Allein, seit wann diese Information dort stehen, das sieht man nirgendwo. Könnte man das bei vorherigen Besuchen  übersehen haben? Oder wurde die Seite extra für die Antwort noch schnell angepasst? Vielleicht um irgendetwas zu haben, auf das man verweisen kann, um nicht als völlig ignorant zu gelten und um die Vorwürfe ad absurdum zu führen? Naheliegend wäre es ja, nur wie soll man das beweisen? Hat denn keiner einen Screenshot von gestern?

Hrhr, wir haben einen :)
Und zwar dank dem Google-Cache einen ziemlich aktuellen. *lach*

Also, die offizielle Antwort auf die Protest-Aktion kam am 15.08.2007.

Am selben Tag, kurz vor Sieben (04:47:33 GMT.) , sah die Drogenbeauftragten-Page laut Google-Cache noch so aus:

alte Version


Dann brauchte jemand noch was Handfestes für seine Antwort-Abfertigung - und so kann der interessierte Leser sich ein paar Stunden später über folgenden Extra-Passus freuen:

neue Version


Der neue Absatz (hier in blau) ist dezent verlinkt mit folgender, ebenfalls neuen, Page. Auf dieser ist dann unter anderem folgendes zu bewundern:

Im Internet häufen sich Hinweise, dass verunreinigtes Cannabis im Umlauf ist. Dies birgt ein zusätzliches Risiko für die Gesundheit der Konsumenten und Konsumentinnen. Bei den Verunreinigungen soll es sich um mikroskopisch kleine Glassplitter, Sand, feines Plastik-Granulat oder flüssigen Kunststoff handeln, die zur Streckung beigemischt werden. In Folge benannte Symptome sind Brennen im Mund, Atemprobleme, lang anhaltender Husten oder Blutauswurf. Ähnliche Beobachtungen wurden aus Frankreich, Belgien, Luxemburg, Großbritannien und den Niederlanden gemeldet. Weitere Informationen dazu können der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN "Aufklärungsmaßnahmen zu gesundheitlichen Risiken durch verunreinigte Cannabisprodukte" entnommen werden. Wie das britische Department of Health vertritt auch die Bundesregierung die Auffassung, dass eine geeignete Strategie, die gesundheitlichen Risiken des Konsums von verunreinigtem Cannabis zu vermeiden, darin besteht, auf den Konsum von Cannabis überhaupt zu verzichten. Antwort der Bundesregierung 16/5583

So, und jetzt darf sich jeder selbst für Dumm verkauft fühlen :)


Polizei will Hasch-Verbot?

joan 11 August, 2007 10:22 politisches, repressives Permalink Trackbacks (0)

Richtig schlau werde ich nicht aus diesem Artikel bei Spiegel Online. Zugegeben, Spiegel-Reporter und Polizei-Funktionäre, da braucht man nicht unbedingt ein schlüssiges Resultat erwarten, aber irgendwas stimmt hier vorne und hinten nicht.

Es fängt schon bei der Überschrift an: Polizeigewerkschaft fordert Haschisch-Verbot in Nordrhein-Westfalen. Ich dachte immer Haschisch wär schon längst verboten? Aber gut, später wird klar - obwohl es so nicht direkt geschrieben wird - gemeint ist der Konsum von Haschisch:

"Die Polizeigewerkschaft GdP protestiert: Die Senkung der Eigenbedarfsgrenze von Haschisch und Marihuana auf sechs Gramm in Nordrhein-Westfalen sei falsch - man solle die Drogen komplett verbieten."

Sieht man mal von der Verfassungswidrigkeit dieser Forderung ab - warum wünscht sich die Polizei offiziell geschätzte 2 Millionen neue Klienten? Haben sie noch nicht genug zu tun bisher? Überkapazitäten? Man weiß es nicht. Sie selber scheinen es aber auch nicht richtig Begründen zu können, der Versuch zumindest ist mehr als kläglich:

[...] Frank Richter, GdP-Chef von Nordhrein-Westfalen, hält das [Die Absenkung der Eigenbedarfsgrenze von Haschisch und Marihuana von zehn auf sechs Gramm] für inkonsequent: Es wäre besser gewesen, sie endlich ganz zu verbieten.

Begründet hatte Müller-Piepenkötter ihren Erlass mit dem "stetig sinkenden Einstiegsalter" der Haschisch-Konsumenten. Eine Einschätzung, die Richter für falsch hält - nach GdP-Erkenntnissen steigt das Einstiegsalter bei diesen Drogen sogar.

Anders beim Alkohol - der wird nach GdP-Analyse immer früher konsumiert. "Das Flatrate-Saufen ist für die Polizei ein viel größeres Problem", erklärt Gewerkschaftler Richter, "wir haben eine alarmierende Zunahme von Gewaltstraftaten infolge von Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen." [...]


Ich musste zwar drei mal lesen, und dann die Überschrift nochmal, theoretisch wäre das doch eine 1A Begründung für ein Alkohol-Verbot? Wie kommt der Mann auf Hasch? Iss mir ein Rätsel.

Naja, wahrscheinlich geht es wie immer um mehr Geld. Mehr Arbeit, und noch dazu so relaxte, rechtfertigen auch immer neue Forderungen. Aufgestockt werden muss nämlich so oder so, da will die Polizei halt auch ihr Stück vom Kuchen.

[...] Nach Berechnungen der Grünen- Landtagsfraktion müssen mindestens 150 Richter eingestellt werden, um die neuen Drogenverfahren zu bearbeiten. "Ohne diese zusätzlichen Stellen droht den Amtsgerichten der endgültige Kollaps", warnt Barbara Steffens, Fraktions-Vize der Grünen.


Pharmalobby will Salbei verbieten!

joan 08 August, 2007 20:10 politisches Permalink Trackbacks (0)

Grüne: Wie siehts aus mit Salvia-Divinorum (Zaubersalbei)? Gibt es Hinweise auf Gefahren? Wie ist der rechtliche Status?
Bundesregierung: Was Salvia? Äh... Sorry, Wir ham leider keine Zahlen, wir wissen von nix. Aber das kann man rauchen? Und es ist nicht verboten? Danke für den Hinweis, wir machen das schon.
Presse: Gefahr! Immer mehr Menschen konsumieren Psychosen auslösenden, mexikanischen Salbei!

Gut, das war jetzt leicht verkürzt, aber beim Thema Salvia-Verbot könnte ich mich tottippen, und andere haben das schon zu genüge getan ;) Hier gibts die kleine Anfrage der Grünen zum Thema Salvia-Divinorum und die Antwort der Bundesregierung und hier eine Pressemitteilung vom DHV zum Thema, womit das gröbste eigentlich gesagt wäre.

Beim Lesen der Antwort und diverser Presse-Berichte kam ich aber dann aber noch etwas ins Grübeln, deshalb tipp ich jetzt doch noch was ;) Erstens, am Rande wird deutlich wer eigentlich dafür zuständig ist, dass irgendein Kraut oder ein Medikament in die Anlagen des BtmG aufgenommen wird. Man mag meinen es handele sich um unabhängige Ärzte, Apotheker oder Wissenschaftler - sofern es solche geben mag - aber es kommt noch schlimmer... Die Pharma-Lobby sitzt direkt mit am Drücker. Wie Praktisch, unliebsame Naturprodukte einfach direkt verbieten zu können - der Traum eines jeden Herstellers chemischer Ersatzstoffe, Bunter- und Muntermacher.
[...]

Frage: Welche Sachverständigen werden vor der Entscheidung nach § 1 Abs. 2 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) über die Unterstellung von Salvia Divinorum unter das BtMG angehört, und nach welchen Kriterien werden diese ausgewählt?
Antwort: Das Bundesministerium für Gesundheit hat einen Sachverständigenausschuss berufen, der gemäß § 1 Abs. 2 des BtMG angehört wird, bevor die Bundesregierung durch Rechtsverordnung die Anlagen I bis III ändert oder ergänzt. Der Ausschuss setzt sich aus unabhängigen Sachverständigen sowie aus Vertretern der beteiligten Verbands- und Wirtschaftskreise zusammen (Klinische Pharmakologie, Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, der Deutschen Tierärzteschaft, der Deutschen Zahnärzteschaft, der Deutschen Apotheker sowie des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. und des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller). Der Sachverständigenausschuss besteht derzeit aus 12 Personen, die für einen Zeitraum von drei Jahren berufen wurden.
[...]

Und ganz toll: Eben jener Ausschuss hat seine Salvia-Verbots-Empfehlung mit dem Hinweis auf das Gefährdungspotenzial, Berichte über Missbrauchsfälle, der wachsenden Internetpräsenz der Droge und einer wachsenden User-Gemeinde begründet und eine Unterstellung unter das BtMG für geboten erachtet. - Und das obwohl die Bundesregierung in der selben Antwort zugibt, ihr seien weder Missbrauchsfälle noch User-Zahlen bekannt. Das verstehe wer will.

Die Presse ist auf jeden Fall auch eher verwirrt, die Apotheker Zeitung überschreibt ihre Salvia-Meldung mit Konsum von Zaubersalbei steigt und fasst zusammen: Der Konsum dieser biogenen Drogen könne "zu schweren Bewusstseinsveränderungen, Psychosen und anderen gesundheitlichen Schädigungen führen", warnt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Damit zitieren sie aber nur allgemeine Vermutungen aus der Antwort bezüglich aller Halluzinogene, was die Apotheker Zeitung lieber weglässt sind hingegen die Antworten auf die konkrete Frage nach eventuellen Erkenntnissen der Bundesregierung "über Fälle von gesundheitlichen Schädigungen im Zusammenhang mit dem Konsum von Salvia Divinorum" und "über von Salvia Divinorum abhängige Konsumentinnen und Konsumenten".
Antwort: "Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor, weil entsprechende Daten nicht erhoben werden. Studien wären aufgrund der sehr geringen Konsumentenzahl kaum durchführbar."

Und noch ein bisschen mehr Panik kommt in der SZ auf, hier wird Salvia sogar gleich zur lebensgefährlichen Droge gemacht: "Die Bundesregierung warnt vor Drogen aus dem Kräutergarten. Immer wieder greifen Konsumenten zum eigenen Kraut - und bringen mit Zaubersalbei ihr Leben in Gefahr." Und da Fachleute für Salvia die ein Verbot befürworten eher rar sind kommt in diesem Artikel auch mal wieder der altbekannte Dr.Thomasius zu Wort, Horror-Geschichten sind schließlich sein Spezialgebiet und er würde eh am liebsten alles verbieten. Und er schäumt auch wieder ganz herrlich:

[...] Vor allem junge Erwachsene [...] halluzinogenen Naturdrogen [...] Suchtklinik [...] Experimentierfreude [...] Sorglosigkeit [...] Kräuter oder Pilze [...] kontrollierbarer seien als synthetische Drogen [...] insbesondere halluzinogene Naturdrogen [...] Angstzuständen [...] Depressionen [...] und schizophrenen Psychosen [...]

Ja, auch hier hab ich etwas verkürzt, aber nicht viel ;) Der sagt eh immer das Gleiche und wirft alles in einen Topf, bei dem was seine Klienten alles einwerfen weiß er halt nicht mehr so genau was woher kommt. Aber er bringt einen schönen Schluss-Satz in dem Artikel, mit welchem ich auch enden möchte, und der lautet wie folgt:

Sechs Prozent aller 21- bis 24-Jährigen hätten bereits Erfahrungen mit psilocybinhaltigen Pilzen gemacht, in der Szene Psilos genannt. Dabei habe der Pilzrausch derzeit Hochsaison, sagt Thomasius. Neben anderen Pilzen sprießen in Wäldern und auf Wiesen nun auch wieder die Zauberpilze.


Law and Order in Grün

joan 03 August, 2007 11:45 politisches, seltsames Permalink Trackbacks (0)

Über die etwas seltsame Einstellung der Grünen zur Strafbarkeit des Konsums von Dopingmitteln hab ich mich ja schon kurz ausgelassen. Jetzt äußert sich der sportpolitische Sprecher der Grünen Winfried Hermann in der Jungle World erneut zum Thema - und ich sags lieber gleich - er hat es dadurch nicht besser gemacht.

Besonders hervorheben möchte ich eine kleine Randbemerkung zum Abstimmungsverhalten der Grünen als es um Strafbarkeit des Besitzes von Dopingmitteln ging. Exakt die Hälfte der Fraktion war nämlich dafür, was zeigt das die Repressionphantasien des Winfried Hermann nicht nur das Heischen nach Aufmerksamkeit eines einzelnen Abgeordneten sind.

Aber Auch zum Thema "illegale Drogen" lässt Turnvater Hermann einige Spitzen ab, nach denen man sich nicht mehr wundern braucht, warum unter Rot/Grün in diesem Bereich nichts passierte. Kleines Beispiel? Bitteschön:

[...] Das [gerade die Grünen die neue Law-and-Order-Partei sind] mag insofern irritierend sein, weil die Grünen lange Zeit in Sachen Drogen sehr liberal aufgetreten sind und gesagt haben, da bringt das Strafgesetzbuch nichts. Ich persönlich bin aber schon lange nicht mehr dieser Meinung. Ganz früher habe ich das auch mal gedacht, aber ich bin sowohl im Drogenkampf für eine harte Linie als auch beim Doping. Ich halte aber fest: Doping und Drogen sind nicht das Gleiche. Drogen machen die Menschen krank und abhängig, Drogenabhängige sind eher Opfer. [...]


Polizisten-Logik

joan 01 August, 2007 11:44 politisches, seltsames, zitiertes Permalink Trackbacks (0)

Das es Polizisten oftmals mit dem logischen Denken nicht so haben ist ja bekannt, da braucht man normalerweise nicht noch extra drauf rumreiten. Folgendes Zitat ist allerdings zu schön um sich nicht darüber lustig zu machen. Es stammt aus einem Artikel der Rheinischen Post, einer Zeitung die durch ihre Anti-Drogen-Hetze regelmäßig auffällt.

[...] Doch es bleibt eine „Sisyphos-Arbeit“, wie Polizeipräsident Herbert Schenkelberg sagt. „Die Ursache für Drogenkriminalität ist die Sucht - die kann nicht die Polizei bekämpfen.“ Schwerstabhängige schreckten die Mittel von Polizei und Justiz nicht ab. „Sie tun alles, um ihre Sucht zu befriedigen, die haben keine Angst vor Strafen.“

Schenkelberg findet es deshalb[sic!] gut, dass die Justizministerin einen härteren Kurs gegen den Besitz illegaler Drogen einschlägt. „Es ist wichtig, klare Zeichen vor allem für junge Menschen zu setzen, damit es erst gar nicht zur Sucht kommt.“ [...]

Zusammengefasst hieße das: Es bringt nichts - deshalb sollte man es ausweiten.


Von 600.000 Cannabis-Gestörten

joan 30 Juli, 2007 19:37 politisches, repressives, zitiertes Permalink Trackbacks (0)

Das in NRW die "geringe Menge" im Rahmen der allgemeinen Hilfe-Starkes-Cannabis-Bewegung von 10 auf 6 Gramm abgesenkt wird haben wir ja schon kurz berichtet. Heute ist allerdings eine Begründung dafür von Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) in den Westfälischen Nachrichten zu lesen die sich gewaschen hat. Ich zitiere:

[...] In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Cannabis-Konsumenten deutlich gestiegen. In Deutschland hätten dadurch etwa 600 000 Menschen Störungen davongetragen. [...] Der Konsum von Haschisch und Marihuana werde häufig verharmlost. Nicht nur durch den deutlich gestiegenen Wirkstoffgehalt könnten schwerwiegende Gesundheitsschäden wie Wahnvorstellungen und Persönlichkeitsveränderungen entstehen. [...]

Frage: Wo sind die 600.000 Gestörten? Und, was meint sie mit "Nicht nur..." ?

Am Rande bleibt vielleicht noch anzumerken, dass in Zukunft Verfahren gegen Jugendliche ausschließlich gegen Auflagen eingestellt werden sollen. Soll heißen, rein statistisch wird es nicht besser werden - sondern ganz im Gegenteil - bald kommen die Klagen über immer mehr und immer jüngere Cannabis-Abhängige in den Suchtkliniken, was dann die nächsten Repressionen rechtfertigt. Ein Teufelskreis.

Update von 23:20 Uhr

Die Rheinische Post setzt noch einen drauf. Ihr Bericht zu diesem Thema endet wie folgt:

[...] Ein richtiges Signal. Cannabis darf nicht verharmlost werden. Weiche Drogen gibt es nicht.

Morgen beginnt der Prozess um den Foltermord an dem Häftling Hermann H. in der in der JVA-Siegburg. Die Täter behaupten, Drogen genommen zu haben. Den Zeitpunkt für ihren Vorstoß hat Müller-Piepenkötter geschickt gewählt.


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