Drogen kitten russisch-britische Beziehungen

joan 20 Juli, 2007 14:08 auswärtiges Permalink Trackbacks (0)

Die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien sind ja momentan nicht die allerbesten. Zum Glück gibt es da etwas was beide vereint und womit sich die Wogen wieder etwas glätten lassen. Man muss ja den Putin nicht unbedingt mögen und man mag ja die russische Justiz für gesteuert und ungerecht halten - wenn es gegen den Rauschgifthandel ins Felde geht relativiert sich das schon. Und wenns da nicht ganz so demokratisch bei zu geht - wen juckts - bei den Russen wundert sich ja im Nachhinein eh keiner.

Und so betont dieser Tage Alexander Fjodorow, der stellvertretende Direktor des russischen Föderalen Dienstes für Kontrolle über den Drogenumsatz, das tolle russisch-britische Zusammenwirken in Fragen der Neutralisierung der aus Afghanistan stammenden Drogengefahr. "Die Schwierigkeiten in den gegenseitigen Beziehungen werden keinen negativen Einfluss auf unser jahrelang entwickeltes Kooperationssystem ausüben. Unser Zusammenwirken ist politisch geprägt und durch unsere Bestrebung bedingt, die auf dem Territorium Afghanistans stationierten Kräfte zur intensiveren Teilnahme an der Neutralisierung der afghanischen Drogengefahr anzuregen." Natürlich verwies er auch noch darauf, dass Moskau und London in Fragen der Drogenbekämpfung "auf der Basis von internationalen Anti-Drogen-Konventionen kooperieren." - was wohl beruhigen soll...

Man sollte vielleicht mal die Afghanen selber fragen was sie von russischen Neutralisierungs-Vorschlägen halten, ich glaube die ham die Schnauze noch ziemlich voll davon. Kein Wunder das Herr Fjodorow lieber die Stille-Post-Methode probiert und den Umweg über die Besatzer Befreier Schutztruppen geht.

Quelle: russland.ru

GB: Regierung bekifft - Aber mag keine Kiffer

joan 19 Juli, 2007 20:34 auswärtiges Permalink Trackbacks (0)

Britische Zeitungen - und nicht nur die - stürzen sich gerade auf sieben reuige Kabinettsmitglieder. Unter ihnen Jacqui Smith (Innenministerin) und Alistair Darling (Finanzminister) die alle in Interviews zugaben in ihrer Jugend gekifft zu haben. *Gähn*

Was dabei leider etwas untergeht sind die Pläne des Premierministers Gordon Brown. Dieser tendiert dazu die frühere Entscheidung der Blair-Regierung von 2004 aufzuheben, Cannabis zu einer sogenannten Kategorie-B-Droge zu degradieren. Falls es wieder - wie geplant und wie früher - in die Kategorie C fallen würde wären die lustigen Zeiten für Kiffer erstmal vorbei. Bisher müssen sie nur mit einer mündlichen Verwarnung rechnen, bald könnte es wieder Anzeigen hageln.

Und die Begründung für die Panik? Wieder einmal das übliche Geschwätz vom immer stärker werdenden Marihuana, welches die Abhängigen zu Hauf in die Krankenhäuser drängt - nur diesmal auf englisch. Schuldig sind laut Brown solch neue Sorten wie "Skunk", einem Kraut welches - wenn ich das hier mal anmerken darf - jetzt auch schon über 25 Jahre auf dem Buckel hat.

Um zurück auf die Kiffer Politiker von oben zu kommen, ich frag mich warum die sich überhaupt rechtfertigen müssen. Das Grass war ja angeblich früher so schwach das man eh nichts davon bemerkt haben kann und Hasch oder Öl gab es überhaupt nicht, an diese neumodischen Derivate war ja früher nicht ansatzweise zu denken. Ausserdem war es ja damals - dank niedrigem THC-Gehalt - eh ungefährlich, also, who cares...


Was ist wichtiger? Ecstasy oder Cannabis?

joan 19 Juli, 2007 15:22 vermischtes Permalink Trackbacks (0)

...mal ganz davon abgesehen das Ecstasy zu keinem Zeitpunkt eine "wichtigere Party-Droge" als Cannabis war - und das der Artikel selbst auch sonst vor Fehlern, Halbwissen und Dummheiten strotzt - die Überschrift ist mehr als Blödsinnig. Oder stimmt diese doch und der Fehler liegt in der Behauptung ein paar Sätze später? Man weiß es nicht, man weiß es nicht - nicht mal bei der Rheinischen Post, woher der folgende Screenshot stammt:

Update vom 20.07.2007:

Der Beauftragte für wichtige Drogen bei RP-Online hat den Fehler in der Überschrift inzwischen auch bemerkt und meint jetzt auch, dass Cannabis Ecstasy ablöste - was natürlich immer noch falsch ist - aber nicht mehr so auffällig ;) 


ohne Worte # 1+ 2

joan 19 Juli, 2007 14:48 zitiertes Permalink Trackbacks (0)

19. Juli 2007, Frankenpost
von Thomas Janovsky (Oberstaatsanwalt):


[...] Haschisch habe den Ruf einer sogenannten weichen Droge, sagte Janovsky. Die Strafbarkeit des Erwerbs und des Handels dürften aber dennoch keinesfalls in Frage gestellt werden, machte der Oberstaatsanwalt klar. Als Einstiegsdroge, deren Harmlosigkeit immer wieder vorgegaukelt werde, diene es Verbrechern auch dazu, Jugendliche und junge Erwachsene an harte Drogen heranzuführen und sie noch abhängiger zu machen. [...]


19.07.2007, RP-Online
von Kay Funk (Leiter der Drogenberatungsstelle komm-pass, Düsseldorf)


[...] „Das Problem sind die veränderten THC-Anteile.“ Tetrahydrocannabinol (THC) ist der Hauptwirkstoff des Hanfs, der bis zu 20 Prozent höher ist als noch vor Jahren. „Das bedeutet, dass die Wirkungen heftiger sind und dass gerade Jugendliche viel schneller von Haschisch und Marihuana abhängig werden.“ Deshalb sei Cannabis nicht nur als Einstiegsdroge, sondern auch an sich gefährlich. „Jugendliche haben neurologische Störungen. Sie verlieren den Boden, es machen sich erhebliche Defizite bemerkbar.“ [...]


Gärtner sind Terroristen

joan 18 Juli, 2007 18:21 repressives, auswärtiges Permalink Trackbacks (0)

Amerika jagt wieder Terroristen, und das in einen groß angelegten Aktion mit dem wohlklingenden Namen "Alesia". Es scheint also dem Ende zuzugehen, denn laut Wikipedia war die Schlacht um Alesia [...] die Entscheidungsschlacht im Spätsommer 52 v. Chr. zwischen dem römischen Feldherrn Gaius Iulius Caesar und den Galliern (Kelten) unter Führung des Vercingetorix. Sieger der Auseinandersetzung war Caesar, der damit die römische Herrschaft in Gallien für Jahrhunderte festigte.

Man könnte also meinen Bush hätte BinLadin aufgespürt oder sowas - aber weit gefehlt - mit Terrorist ist diesmal der gemeine Hanfzüchter gemeint. Und das mehr als deutlich, John P. Walters (seines Zeichens Präsident Bushs "drug czar" und Boss der US-Drogenbekämpfung) bezeichnet Personen, die illegal Marihuana anpflanzen als Terroristen, die die Gesundheit und Sicherheit der Bürger ebenso gefährden wie die Umwelt. Sie würden nicht zögern andere Terroristen ins Land zu bringen, die dann wiederum das Ziel hätten Anschläge zu verüben.

"Diese Leute sind bewaffnet; sie sind gefährlich" so Walters weiter, und sie sind "gewalttätige kriminelle Terroristen." Käufer von Drogen sind natürlich auch nicht besser, denn "sie finanzieren Gewalt und Terror."

Also, her mit den Black Hawk Helikoptern, die halbe Armee und alles an Behörden eingesackt was greifbar ist - und nichts wie ab - im Schleichflug Hanfzüchter jagen. Die Beute - immerhin - 68,237 junge Hanfpflanzen, was zwar viel klingt, aber doch eher ein Witz ist. Aber wenigstens ein Medienwirksamer.

Mal schauen wann Schäuble auf den Trichter kommt, wäre ja mal wieder ein toller Anlass die Nationalgarde Bundeswehr im Inneren zu fordern... So weit hergeholt ist es ja nicht, man denke nur an sein berühmtes Zitat von 1990: "Der Kampf gegen Drogen ist eine noch größere Herausforderung als der Kampf gegen Terrorismus."

 


EU führt neue Partydroge ein

joan 17 Juli, 2007 17:10 politisches Permalink Trackbacks (0)

Schon mal was von der "Partydroge BZP", oder genauer "1-Benzylpiperazin" gehört? Nein? Komisch, ich auch nicht, musste erst suchen... Egal, bald ist es sicher in aller Munde - denn die EU-Kommission rührt grad ordentlich die Werbe-Trommel. Das ist nämlich meist der einzige bemerkbare Effekt von Kampagnen die mit den Worten "Eindringliche Warnung vor..." beginnen.

[...] Das Mittel habe leicht aufputschende Wirkung und werde auf dem illegalen Drogenmarkt zum Teil auch anstelle von Ecstasy verkauft. Die Nebenwirkungen reichten von Kopfschmerzen über Bluthochdruck bis zu Erbrechen und Krampfanfällen. BZP sei vor Jahren als Medikament gegen Depressionen zugelassen worden, nach Feststellung der Nebenwirkungen aber vom Markt genommen worden, erklärten Kommissionsexperten.

BZP - oder "1-Benzylpiperazin" - ist nach Angaben der deutschen Apothekerverbände unter verschiedenen Namen im Handel erhältlich: "A2", "Herbal Ecstasy", "Herbal Party Pills", "Legal X", "Legal E", "Frenzy" oder "Nemesis". [...]


Mal ganz davon abgesehen das hier Produktgruppen und Bezeichnungen durcheinander geworfen wurden - unterstellen will man natürlich nichts böses - aber irgendwie erinnert mich das schon stark an die Quasi-Einführung von GHB durch den damaligen Bundesdrogenbeauftragten Eduard Lintner.

Update vom 18.07.2007

So, die Presse hat das wie erwartet aufgegriffen, hier die Links zu einigen Werbe-Artikeln für Österreich, Irland, Frankreich, Spanien, Portugal und Italien. Und das war nur ne kleine Auswahl, wohl dem der das Zeug verkauft, die Umsätze sollten phänomenal sein ;)


Zauberpilze dank Irrem bald verboten?

joan 17 Juli, 2007 15:28 märchenhaftes, auswärtiges Permalink Trackbacks (0)

Diese Nachricht war wahrlich schauderhaft - ein richtiges Drogen-Horror-Geschichtchen mit allem was dazu gehört - da freut sich jeder Schreiberling. Kurz erzählt ist sie noch dazu: Ein irrer, französischer Psycho-Pilz-Rauschgift-Mörder mit Halluzinationen schlachtet und rasiert in Amsterdam seinen Hund um dessen Geist zu befreien - ogottogottogott. Und sowas darf legal verkauft werden? Nun, man braucht sich nícht wundern das es bei solcher Presse nicht besonders lange dauert bis die ersten Politiker auf den Zug aufspringen - und prompt geht die Forderung nach einem Verbot der angeblich so gefährlichen "Drogen-Pilze" quer durch alle Medien.

Gut, heute wurde klar das der Typ weder Pilze genommen oder Grass geraucht - sondern eine 1A Psychose hatte - aber diese lassen sich so schlecht verbieten. Das sich Pilze durch ein Verbot in Luft auflösen ist zwar auch eher unwahrscheinlich - da sei der Schwarzmarkt vor - aber das wäre wohl auch etwas weit gedacht. Aber noch ist nicht aller Tage abend, vielleicht befragt man ja auch nochmal ein paar Experten bevor am Freitag über das Verbot entschieden wird - aber dafür würd ich lieber keine Garantie übernehmen. Eher pessimistische Menschen sollten vielleicht besser noch vorsorgen. ;)


Keine Depressionen sind auch kein Problem

joan 16 Juli, 2007 18:06 märchenhaftes, auswärtiges Permalink Trackbacks (0)

Warum sollten nur depressive Menschen Antidepressiva bekommen? Wo es doch mit eben diesen viel schöner wäre? Und viel rentabler noch dazu, weil, glücklich wäre man sicher viel produktiver? Und man kauft bestimmt auch jeden Scheiss - hauptsache rosa. Am besten man kippt das Zeug direkt ins Trinkwasser, wäre sicher allen mit geholfen!

Ihr denkt ich habe zuviel gekifft? Nein Nein, keine Panik, der Vorschlag ist nicht von mir, ich bin nur in der Frankfurter Rundschau drüber gestolpert, er kommt ursprünglich von renommierten Wissenschaftlern aus Havard. Also von einem, um ganz genau zu sein, und zwar vom Gesundheitswissenschaftler Adam Block, welcher in seiner neuen Studie mit dem tollen Titel "Kosten und Vorzüge direkter Verbraucher-Werbung" zu folgendem, etwas überraschenden Ergebniss kommt.

Der Gewinn an Lebensqualität für jeden neu mit Antidepressiva behandelten Patienten sei 63 Mal so groß wie die anfallenden Therapiekosten. Insgesamt sei es sogar ökonomisch gerechtfertigt, die gesamte US-Bevölkerung unbesehen mit entsprechenden Mitteln zu behandeln. Die flächendeckende antidepressive Behandlung aller Bürger schlüge mit einem Überschuss von umgerechnet 58 Millionen Euro zu Buche und führe damit zu einem unbestreitbaren "Wohlfahrtsgewinn".

Gut, nur einer von 20 Zwangs-Behandelten würde das Medikament wirklich brauchen, aber hey, wenns sich rechnet... ;)


Dank Genen mehr Hasch im Grass?

joan 12 Juli, 2007 14:42 märchenhaftes, politisches, zitiertes Permalink Trackbacks (0)

Heute geht es mal um den Wirkstoffgehalt in Cannabisprodukten. Dieser soll ja angeblich so extrem gestiegen sein das es nicht mehr lustig ist. Angeblich, wohlbemerkt, denn wenn man dem BKA und der EMCDDA glauben schenken darf ist davon statistisch kaum etwas zu bemerken. Woher kommen aber die ständigen Geschichten über extremste THC-Werte, über Grass welches angeblich nicht mehr vergleichbar sei mit dem harmlosen Kraut der Hippie-Zeit oder über genmanipulierte Hanf-Sorten?

Na klar, aus der Zeitung, welche es von selbsternannten Experten (Drogenfahndern, Innenministern, Suchthelfern etc.) haben - und dann muss es ja stimmen. Aber es ist ja auch einfach zu praktisch, kann man doch mit dieser Geschichte selbst alten Hippies Angst vor ihren Kindern machen. Denn natürlich ist das "neue" Cannabis jetzt extrem gefährlich und eher mit Schnaps zu vergleichen als mit einem Bier. Und es versteht sich ja von selber das dieses Mörderkraut tausende Kinder in die Suchtkliniken treibt, sieht man ja an den (polizeilich gepushten) Fallzahlen... Und mit der Natur hat eine genmanipulierte Pflanze ja auch nichts mehr zu tun, der Herr allein weiß zu was diese Rauschgiftmörder noch alles fähig sind.

Nunja, genug getobt, der Haupt-Effekt dieser Propaganda lässt sich dieser Tage sehr gut in Rheinland-Pfalz und im Saarland beobachten, wo die sogenannte "geringe Menge" Cannabis von bislang zehn auf sechs Gramm abgesenkt wird. Begründung unter anderem: Der Wirkstoffgehalt von Haschisch oder Marihuana sei heute meist höher als früher. Wie praktisch.

...aber meist höher als früher ? Was ist das eigentlich für ne blödsinnige Aussage? Achso, er weiß es nicht besser? Es kann aber auch verwirren, es gibt ja so viele Angaben von so vielen Experten, und jeder sagt etwas anderes. Wenn also jemand einen bestimmten Wert bevorzugen sollte, hier mal eine kleine Auswahl, man suche sich einfach die genehmste Wahrheit heraus: (weiter)


Klonen gegen Drogen

joan 11 Juli, 2007 19:26 vermischtes Permalink Trackbacks (0)

Manche Schlagzeilen sind einfach zu doof, da kann man sich kaum noch drüber lustig machen :) Kleines Beispiel gefällig? Aber gerne, man lese einfach die Süddeutsche Zeitung und beachte den Artikel mit der Überschrift "Schnüffel-Klon sucht Drogen" in der Rubrik "Wissen".

Kurzfassung: Der Zoll in Südkorea will seine Drogenhunde klonen lassen um sie gewinnbringend in alle Welt zu verkaufen. Ende dieses Jahres sollen die ersten Anti-Drogen-Klone bereits geboren werden, desweiteren wird ein auf wertvolle Hunde spezialisiertes Klonzentrum an der Universität von Seoul aufgebaut.

Normalerweise würde die Süddeutsche in diesem Zuge ja fragen was der liebe Gott zum Thema sagen würde. Da ein solcher Hinweis fehlt bleibt mir nur die Spekulation das sie sich jetzt doch nicht so ganz sicher sind ob ER jetzt eher gegens Klonen ist - oder ob die Drogen für IHN das schlimmere Übel sind.

Schwierig, Schwierig, ich glaub ich muss mal nen Pfarrer fragen.


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