Von 600.000 Cannabis-Gestörten
Das in NRW die "geringe Menge" im Rahmen der allgemeinen Hilfe-Starkes-Cannabis-Bewegung von 10 auf 6 Gramm abgesenkt wird haben wir ja schon kurz berichtet. Heute ist allerdings eine Begründung dafür von Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) in den Westfälischen Nachrichten zu lesen die sich gewaschen hat. Ich zitiere:
[...] In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Cannabis-Konsumenten deutlich gestiegen. In Deutschland hätten dadurch etwa 600 000 Menschen Störungen davongetragen. [...] Der Konsum von Haschisch und Marihuana werde häufig verharmlost. Nicht nur durch den deutlich gestiegenen Wirkstoffgehalt könnten schwerwiegende Gesundheitsschäden wie Wahnvorstellungen und Persönlichkeitsveränderungen entstehen. [...]
Frage: Wo sind die 600.000 Gestörten? Und, was meint sie mit "Nicht nur..." ?
Am Rande bleibt vielleicht noch anzumerken, dass in Zukunft Verfahren gegen Jugendliche ausschließlich gegen Auflagen eingestellt werden sollen. Soll heißen, rein statistisch wird es nicht besser werden - sondern ganz im Gegenteil - bald kommen die Klagen über immer mehr und immer jüngere Cannabis-Abhängige in den Suchtkliniken, was dann die nächsten Repressionen rechtfertigt. Ein Teufelskreis.
Update von 23:20 Uhr
Die Rheinische Post setzt noch einen drauf. Ihr Bericht zu diesem Thema endet wie folgt:
[...] Ein richtiges Signal. Cannabis darf nicht verharmlost werden. Weiche Drogen gibt es nicht.
Morgen beginnt der Prozess um den Foltermord an dem Häftling Hermann H. in der in der JVA-Siegburg. Die Täter behaupten, Drogen genommen zu haben. Den Zeitpunkt für ihren Vorstoß hat Müller-Piepenkötter geschickt gewählt.

