Von 600.000 Cannabis-Gestörten

joan 30 Juli, 2007 19:37 politisches, repressives, zitiertes Permalink Trackbacks (0)

Das in NRW die "geringe Menge" im Rahmen der allgemeinen Hilfe-Starkes-Cannabis-Bewegung von 10 auf 6 Gramm abgesenkt wird haben wir ja schon kurz berichtet. Heute ist allerdings eine Begründung dafür von Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) in den Westfälischen Nachrichten zu lesen die sich gewaschen hat. Ich zitiere:

[...] In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Cannabis-Konsumenten deutlich gestiegen. In Deutschland hätten dadurch etwa 600 000 Menschen Störungen davongetragen. [...] Der Konsum von Haschisch und Marihuana werde häufig verharmlost. Nicht nur durch den deutlich gestiegenen Wirkstoffgehalt könnten schwerwiegende Gesundheitsschäden wie Wahnvorstellungen und Persönlichkeitsveränderungen entstehen. [...]

Frage: Wo sind die 600.000 Gestörten? Und, was meint sie mit "Nicht nur..." ?

Am Rande bleibt vielleicht noch anzumerken, dass in Zukunft Verfahren gegen Jugendliche ausschließlich gegen Auflagen eingestellt werden sollen. Soll heißen, rein statistisch wird es nicht besser werden - sondern ganz im Gegenteil - bald kommen die Klagen über immer mehr und immer jüngere Cannabis-Abhängige in den Suchtkliniken, was dann die nächsten Repressionen rechtfertigt. Ein Teufelskreis.

Update von 23:20 Uhr

Die Rheinische Post setzt noch einen drauf. Ihr Bericht zu diesem Thema endet wie folgt:

[...] Ein richtiges Signal. Cannabis darf nicht verharmlost werden. Weiche Drogen gibt es nicht.

Morgen beginnt der Prozess um den Foltermord an dem Häftling Hermann H. in der in der JVA-Siegburg. Die Täter behaupten, Drogen genommen zu haben. Den Zeitpunkt für ihren Vorstoß hat Müller-Piepenkötter geschickt gewählt.


Drogenbeauftrage drischt Phrasen

joan 30 Juli, 2007 11:20 politisches Permalink Trackbacks (0)

Unsere Drogenbeauftragte hats nicht leicht derzeit. Es ist auch blöd, wenn man sich den Fragen von potenziellen Wählern stellen will, aber keine sinnvollen Antworten parat hat. Per Mail kann man so unbequeme Nervensägen ja einfach ignorieren, wenn die Fragen öffentlich zu sehen sind ist das schon nicht mehr so einfach, da muss man sich schon etwas geschickter anstellen, sonst sieht das zu ignorant aus. Da ist die bessere Taktik: einfach was anderes Antworten als gefragt wurde, am besten mit vorgefertigten Textbausteinen, das sieht dann wenigstens auf den ersten Blick nach einer Antwort aus.

Ich habs selber mal versucht und habe Frau Bätzing - über die bekannte Live-Phrasendreschmaschine Abgeordnetenwatch - zwei leichte, kurze Fragen bezüglich ihrer etwas seltsamen Alkohol-Zitate [wir berichteten] gestellt. Bei Alkohol wird ja von Sabinchen immer der verantwortungsvolle Konsum gepredigt, also wollte ich mal wissen ob es einen solchen auch bei Cannabis gibt. Mit eher belustigendem Resultat, welches mich Fragen lässt, warum die Drogenbeauftragte eigentlich inzwischen im Gesundheitsministerium sitzt - und nicht mehr im selbigen für Drangsalation Justiz.

Fragen an Sabine Bätzing:

1.: Ist ihrer Meinung nach - wie beim Bier - auch ein verantwortungsvoller Konsum von Cannabis-Produkten möglich? Oder ist jeder Gebrauch auch ein Missbrauch? (Ich meine mit "auch" z.B.: einen volljährigen, im Leben integrierten, Bürger mit Arbeit, Kind und Hund und einem Konsum von 2 - 3 Joints im Jahr?)

2.: In der BILD-Zeitung (vom 03.05.2007) sagen sie: "Ein 17-Jähriger kann durchaus mal ein Glas Bier trinken". Gilt das ihrer Meinung nach so auch für Cannabis-Produkte? Wenn ja - warum, falls nicht - warum nicht?

Antwort der Drogenbeauftragten:

Nach meiner Auffassung kann es aus rechtlichen und sachlichen Gründen keinen "verantwortungsvollen Konsum von Cannabis-Produkten" geben.
Cannabis zählt zu den nicht verkehrsfähigen Betäubungsmitteln, deren Anbau, Handel und Besitz nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten sind. Keine der neueren Studien hat Cannabis eine "Unbedenklichkeitsbescheinigung" ausgestellt. Es kann nicht als harmlose Droge angesehen werden. Im Gegenteil, viele junge Menschen suchen wegen ihres Cannabiskonsums Hilfe in Beratungsstellen. Der Konsum von Cannabis, vor allem der regelmäßige und dauerhafte Gebrauch, hat negative Effekte auf die Hirnleistung. Auch sind nach der Einnahme von Cannabis psychotische Symptome, wie Halluzinationen oder Wahnvorstellungen, möglich.
Aus diesen Gründen sehe ich einen deutlichen Unterschied zwischen einem einmaligen Glas Bier, das dem 17-Jährigen gesetzlich nicht verwehrt ist, und dem Konsum illegal erworbener Cannabis-Produkte mit unkontrollierbarer Wirkung.

Da sich Ihre Fragestellung auch auf einen fiktiven Cannabis-Konsumenten bezog, möchte ich Sie auf die Möglichkeit aufmerksam machen, auf der Website www.drugcom.de an einem anonymen Selbsttest zum Cannabiskonsum teilzunehmen.

Hervorhebungen von mad.drugblog 


Schizophrene Kiffen mehr - oder andersrum?

joan 27 Juli, 2007 11:04 seltsames Permalink Trackbacks (0)

Literatur-Studien sind schon was feines. Kaum Kosten und viel Aufmerksamkeit, und kein Schwein hat Lust all die Quellen zu durchforsten um eventuelle Fehler zu finden, vor allem nicht, wenn einem das Ergebnis grad gut in Kram passt.

Und so erfreuen sich zur Zeit Berichte über starkes, Psychosen auslösendes Marihuana größter Beliebtheit. Inzwischen hat man ja schon so oft davon gehört - es muss einfach wahr sein. Ich mein, hey, sogar die TAZ übernimmt solche Berichte - wenn es da Zweifel gäbe - die TAZ hätte es doch dazu geschrieben?! Ja, ich gebs zu, das ist ein etwas naiver Wunsch, schließlich beschränkt sich die Drogenberichterstattung der Tageszeitung seit langem schon fast ausschließlich im unkommentierten Abdrucken von dpa-Meldungen - wie dieser hier - mit dem tollen Titel: "Haschisch löst Psychosen aus".

taz vom 27.7.07Man mag sich zwar fragen wie diese Forscher auf ein solches Ergebnis kommen - wo es doch bisher keine gesicherten Beweise oder aussagekräftige Studien gibt welche man für eine Literaturstudie verwenden könnte - aber das kann man wohl bei der Taz niemandem zumuten. Nicht drucken war aber wohl auch keine Lösung, aber kann man es ihnen verübeln? Haschgift-Horror-Geschichten waren bei Zeitungen schon immer sehr beliebt, Schizophrenie ist da ja nicht der erste Aufhänger in den letzten 70 Jahren ;)

Am Anfang der Hetze schrieb man Cannabis bringe einen direkt ins Grab, was aber nicht lange zog. Dann hieß es, es mache Gewalttätig und im Rausch bringe man Leute um - was in Ermangelung von Gewalttätigen und Umgebrachten auch irgendwann wieder aufgegeben wurde. Nach diversen anderen Versuchen schwenkte man um auf die recht erfolgreiche Einstiegs-Drogen-Legende, welche bis heute noch hier und da durch die Medien geistert, aber bei halbwegs gebildeten Menschen auch nicht mehr zieht. Also musste dringend was neues her - und Halleluja - stärkeres Grass und die Schizophrenie wurden entdeckt. Ein guter Versuch, muss man zugeben, und zusammen auf den ersten Blick durchaus logisch. Und kein Kiffer aus den 70ern [hallo Regierung] fühlt sich auf den Schlips getreten oder als Verrückter diffamiert, denn Cannabis von Heute ist ja vieeeel stärker, das harmlose Kraut von früher löste natürlich keine Psychosen aus.

Allein der Zusammenhang konnte noch nicht hergestellt werden, auch wenn es in aller Welt weiterhin krampfhaft versucht wird, mal seriöser und mal auf eher seltsame Art und Weise. So ist auch bei einer neuen, schweizer Schizophrenie-Studie mehr als unklar ob sich der angebliche Anstieg der Schizophrenie-Fälle im Land auf den vermehrten Cannabis-Konsum zurückführen lässt. Aber mit dieser Behauptung ist wenigstens für Aufmerksamkeit gesorgt, also was solls, die kritischen Anmerkungen druckt und liest eh kaum jemand - wichtig sind die Schlagzeilen - die bleiben hängen. Hier ein paar besonders schöne (wenn auch teilweise altbekannte) Exemplare: Cannabis doch nicht so harmlos, Cannabis kann schizophren machen, Kiffen - und dann der Gang zum Psychiater oder Cannabis-Gefahr größer als angenommen. Und es mag ja durchaus auch logisch erscheinen wen man das so liest:

[...] Die Studie hat Daten von 8000 Patientinnen und Patienten des Kantons Zürich untersucht, bei denen zwischen 1977 und 2005 erstmals Schizophrenie aufgetreten ist. Dies traf vermehrt in den 1990er-Jahren bei den Altersgruppen zu, die häufig Cannabis rauchen. [...] Wie Wulf Rössler, Co-Autor der Studie gegenüber swissinfo sagte, beweisen die Resultate eine direkte Verbindung zum Cannabis-Konsum: "Wir wissen aus anderen experimentellen Studien, dass Cannabis eine Psychose bewirken kann, doch jetzt haben wir zum ersten Mal einen klaren Hinweis auf Schizophrenie."

Bei gelegentlichem Rauchen der Droge erhöhe sich das Risiko nicht, aber bei täglichem Konsum während Jahren steige das Risiko zwei bis drei Mal. "Das Risiko, an Schizophrenie zu erkranken, hat eine direkte Beziehung mit der Häufigkeit des Drogenkonsums", führt Rössler aus.[...]


Gut, vielleicht sind in China auch einfach in der fraglichen Zeit mehr Reis-Säcke umgefallen, Kritiker der Studie - und dazu gehört zum Beispiel auch das schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) - sehen das auf jeden Fall ein wenig anders:

Das BAG [...] verweist auf einen weiteren plötzlichen Anstieg von Schizophrenie in der Mitte der 1980er-Jahre und die Tatsache, dass die Drogengeschichten der Patienten und andere medizinische Details ungeklärt bleiben.

"Die Studie kann die Krankheitsgeschichten der Patienten nicht aufzeigen, etwa den Konsum von psychotischen Substanzen oder anderen Faktoren, die zu psychotischen Erkrankungen führen", schreibt das BAG in einem Communiqué.

Der Zusammenhang zwischen Schizophrenie und Cannabis-Konsum sei noch nicht bewiesen, heißt es. [...]


Auch Ambros Uchtenhagen, ein Drogenexperte im Institut für Sozial- und Präventivmedizin meldet Vorbehalte gegen die Ergebnisse an:

"Die Resultate sind rein hypothetisch und sollten nicht missbraucht werden, insbesondere nicht für politische Zwecke, um zu sagen, dass Cannabis mit Sicherheit Schizophrenie verursache." [...] "Niemand weiss, ob diese Personen jemals Cannabis geraucht haben. Es ist eine interessante Hypothese und eine Einladung, genauer zu untersuchen, was wirklich geschah".

Auch die schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) meldete sich dazu zu Wort:

Sie [...] findet die Hypothese "ziemlich einleuchtend", aber nicht bewiesen. Sie verweist auf andere Untersuchungen, die eine Beziehung zwischen Cannabis-Konsum und Schizophrenie annehmen. [...]

Zitate von: Swissinfo.org


Drogen kitten russisch-britische Beziehungen

joan 20 Juli, 2007 14:08 auswärtiges Permalink Trackbacks (0)

Die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien sind ja momentan nicht die allerbesten. Zum Glück gibt es da etwas was beide vereint und womit sich die Wogen wieder etwas glätten lassen. Man muss ja den Putin nicht unbedingt mögen und man mag ja die russische Justiz für gesteuert und ungerecht halten - wenn es gegen den Rauschgifthandel ins Felde geht relativiert sich das schon. Und wenns da nicht ganz so demokratisch bei zu geht - wen juckts - bei den Russen wundert sich ja im Nachhinein eh keiner.

Und so betont dieser Tage Alexander Fjodorow, der stellvertretende Direktor des russischen Föderalen Dienstes für Kontrolle über den Drogenumsatz, das tolle russisch-britische Zusammenwirken in Fragen der Neutralisierung der aus Afghanistan stammenden Drogengefahr. "Die Schwierigkeiten in den gegenseitigen Beziehungen werden keinen negativen Einfluss auf unser jahrelang entwickeltes Kooperationssystem ausüben. Unser Zusammenwirken ist politisch geprägt und durch unsere Bestrebung bedingt, die auf dem Territorium Afghanistans stationierten Kräfte zur intensiveren Teilnahme an der Neutralisierung der afghanischen Drogengefahr anzuregen." Natürlich verwies er auch noch darauf, dass Moskau und London in Fragen der Drogenbekämpfung "auf der Basis von internationalen Anti-Drogen-Konventionen kooperieren." - was wohl beruhigen soll...

Man sollte vielleicht mal die Afghanen selber fragen was sie von russischen Neutralisierungs-Vorschlägen halten, ich glaube die ham die Schnauze noch ziemlich voll davon. Kein Wunder das Herr Fjodorow lieber die Stille-Post-Methode probiert und den Umweg über die Besatzer Befreier Schutztruppen geht.

Quelle: russland.ru

GB: Regierung bekifft - Aber mag keine Kiffer

joan 19 Juli, 2007 20:34 auswärtiges Permalink Trackbacks (0)

Britische Zeitungen - und nicht nur die - stürzen sich gerade auf sieben reuige Kabinettsmitglieder. Unter ihnen Jacqui Smith (Innenministerin) und Alistair Darling (Finanzminister) die alle in Interviews zugaben in ihrer Jugend gekifft zu haben. *Gähn*

Was dabei leider etwas untergeht sind die Pläne des Premierministers Gordon Brown. Dieser tendiert dazu die frühere Entscheidung der Blair-Regierung von 2004 aufzuheben, Cannabis zu einer sogenannten Kategorie-B-Droge zu degradieren. Falls es wieder - wie geplant und wie früher - in die Kategorie C fallen würde wären die lustigen Zeiten für Kiffer erstmal vorbei. Bisher müssen sie nur mit einer mündlichen Verwarnung rechnen, bald könnte es wieder Anzeigen hageln.

Und die Begründung für die Panik? Wieder einmal das übliche Geschwätz vom immer stärker werdenden Marihuana, welches die Abhängigen zu Hauf in die Krankenhäuser drängt - nur diesmal auf englisch. Schuldig sind laut Brown solch neue Sorten wie "Skunk", einem Kraut welches - wenn ich das hier mal anmerken darf - jetzt auch schon über 25 Jahre auf dem Buckel hat.

Um zurück auf die Kiffer Politiker von oben zu kommen, ich frag mich warum die sich überhaupt rechtfertigen müssen. Das Grass war ja angeblich früher so schwach das man eh nichts davon bemerkt haben kann und Hasch oder Öl gab es überhaupt nicht, an diese neumodischen Derivate war ja früher nicht ansatzweise zu denken. Ausserdem war es ja damals - dank niedrigem THC-Gehalt - eh ungefährlich, also, who cares...


Was ist wichtiger? Ecstasy oder Cannabis?

joan 19 Juli, 2007 15:22 vermischtes Permalink Trackbacks (0)

...mal ganz davon abgesehen das Ecstasy zu keinem Zeitpunkt eine "wichtigere Party-Droge" als Cannabis war - und das der Artikel selbst auch sonst vor Fehlern, Halbwissen und Dummheiten strotzt - die Überschrift ist mehr als Blödsinnig. Oder stimmt diese doch und der Fehler liegt in der Behauptung ein paar Sätze später? Man weiß es nicht, man weiß es nicht - nicht mal bei der Rheinischen Post, woher der folgende Screenshot stammt:

Update vom 20.07.2007:

Der Beauftragte für wichtige Drogen bei RP-Online hat den Fehler in der Überschrift inzwischen auch bemerkt und meint jetzt auch, dass Cannabis Ecstasy ablöste - was natürlich immer noch falsch ist - aber nicht mehr so auffällig ;) 


ohne Worte # 1+ 2

joan 19 Juli, 2007 14:48 zitiertes Permalink Trackbacks (0)

19. Juli 2007, Frankenpost
von Thomas Janovsky (Oberstaatsanwalt):


[...] Haschisch habe den Ruf einer sogenannten weichen Droge, sagte Janovsky. Die Strafbarkeit des Erwerbs und des Handels dürften aber dennoch keinesfalls in Frage gestellt werden, machte der Oberstaatsanwalt klar. Als Einstiegsdroge, deren Harmlosigkeit immer wieder vorgegaukelt werde, diene es Verbrechern auch dazu, Jugendliche und junge Erwachsene an harte Drogen heranzuführen und sie noch abhängiger zu machen. [...]


19.07.2007, RP-Online
von Kay Funk (Leiter der Drogenberatungsstelle komm-pass, Düsseldorf)


[...] „Das Problem sind die veränderten THC-Anteile.“ Tetrahydrocannabinol (THC) ist der Hauptwirkstoff des Hanfs, der bis zu 20 Prozent höher ist als noch vor Jahren. „Das bedeutet, dass die Wirkungen heftiger sind und dass gerade Jugendliche viel schneller von Haschisch und Marihuana abhängig werden.“ Deshalb sei Cannabis nicht nur als Einstiegsdroge, sondern auch an sich gefährlich. „Jugendliche haben neurologische Störungen. Sie verlieren den Boden, es machen sich erhebliche Defizite bemerkbar.“ [...]


Gärtner sind Terroristen

joan 18 Juli, 2007 18:21 repressives, auswärtiges Permalink Trackbacks (0)

Amerika jagt wieder Terroristen, und das in einen groß angelegten Aktion mit dem wohlklingenden Namen "Alesia". Es scheint also dem Ende zuzugehen, denn laut Wikipedia war die Schlacht um Alesia [...] die Entscheidungsschlacht im Spätsommer 52 v. Chr. zwischen dem römischen Feldherrn Gaius Iulius Caesar und den Galliern (Kelten) unter Führung des Vercingetorix. Sieger der Auseinandersetzung war Caesar, der damit die römische Herrschaft in Gallien für Jahrhunderte festigte.

Man könnte also meinen Bush hätte BinLadin aufgespürt oder sowas - aber weit gefehlt - mit Terrorist ist diesmal der gemeine Hanfzüchter gemeint. Und das mehr als deutlich, John P. Walters (seines Zeichens Präsident Bushs "drug czar" und Boss der US-Drogenbekämpfung) bezeichnet Personen, die illegal Marihuana anpflanzen als Terroristen, die die Gesundheit und Sicherheit der Bürger ebenso gefährden wie die Umwelt. Sie würden nicht zögern andere Terroristen ins Land zu bringen, die dann wiederum das Ziel hätten Anschläge zu verüben.

"Diese Leute sind bewaffnet; sie sind gefährlich" so Walters weiter, und sie sind "gewalttätige kriminelle Terroristen." Käufer von Drogen sind natürlich auch nicht besser, denn "sie finanzieren Gewalt und Terror."

Also, her mit den Black Hawk Helikoptern, die halbe Armee und alles an Behörden eingesackt was greifbar ist - und nichts wie ab - im Schleichflug Hanfzüchter jagen. Die Beute - immerhin - 68,237 junge Hanfpflanzen, was zwar viel klingt, aber doch eher ein Witz ist. Aber wenigstens ein Medienwirksamer.

Mal schauen wann Schäuble auf den Trichter kommt, wäre ja mal wieder ein toller Anlass die Nationalgarde Bundeswehr im Inneren zu fordern... So weit hergeholt ist es ja nicht, man denke nur an sein berühmtes Zitat von 1990: "Der Kampf gegen Drogen ist eine noch größere Herausforderung als der Kampf gegen Terrorismus."

 


EU führt neue Partydroge ein

joan 17 Juli, 2007 17:10 politisches Permalink Trackbacks (0)

Schon mal was von der "Partydroge BZP", oder genauer "1-Benzylpiperazin" gehört? Nein? Komisch, ich auch nicht, musste erst suchen... Egal, bald ist es sicher in aller Munde - denn die EU-Kommission rührt grad ordentlich die Werbe-Trommel. Das ist nämlich meist der einzige bemerkbare Effekt von Kampagnen die mit den Worten "Eindringliche Warnung vor..." beginnen.

[...] Das Mittel habe leicht aufputschende Wirkung und werde auf dem illegalen Drogenmarkt zum Teil auch anstelle von Ecstasy verkauft. Die Nebenwirkungen reichten von Kopfschmerzen über Bluthochdruck bis zu Erbrechen und Krampfanfällen. BZP sei vor Jahren als Medikament gegen Depressionen zugelassen worden, nach Feststellung der Nebenwirkungen aber vom Markt genommen worden, erklärten Kommissionsexperten.

BZP - oder "1-Benzylpiperazin" - ist nach Angaben der deutschen Apothekerverbände unter verschiedenen Namen im Handel erhältlich: "A2", "Herbal Ecstasy", "Herbal Party Pills", "Legal X", "Legal E", "Frenzy" oder "Nemesis". [...]


Mal ganz davon abgesehen das hier Produktgruppen und Bezeichnungen durcheinander geworfen wurden - unterstellen will man natürlich nichts böses - aber irgendwie erinnert mich das schon stark an die Quasi-Einführung von GHB durch den damaligen Bundesdrogenbeauftragten Eduard Lintner.

Update vom 18.07.2007

So, die Presse hat das wie erwartet aufgegriffen, hier die Links zu einigen Werbe-Artikeln für Österreich, Irland, Frankreich, Spanien, Portugal und Italien. Und das war nur ne kleine Auswahl, wohl dem der das Zeug verkauft, die Umsätze sollten phänomenal sein ;)


Zauberpilze dank Irrem bald verboten?

joan 17 Juli, 2007 15:28 märchenhaftes, auswärtiges Permalink Trackbacks (0)

Diese Nachricht war wahrlich schauderhaft - ein richtiges Drogen-Horror-Geschichtchen mit allem was dazu gehört - da freut sich jeder Schreiberling. Kurz erzählt ist sie noch dazu: Ein irrer, französischer Psycho-Pilz-Rauschgift-Mörder mit Halluzinationen schlachtet und rasiert in Amsterdam seinen Hund um dessen Geist zu befreien - ogottogottogott. Und sowas darf legal verkauft werden? Nun, man braucht sich nícht wundern das es bei solcher Presse nicht besonders lange dauert bis die ersten Politiker auf den Zug aufspringen - und prompt geht die Forderung nach einem Verbot der angeblich so gefährlichen "Drogen-Pilze" quer durch alle Medien.

Gut, heute wurde klar das der Typ weder Pilze genommen oder Grass geraucht - sondern eine 1A Psychose hatte - aber diese lassen sich so schlecht verbieten. Das sich Pilze durch ein Verbot in Luft auflösen ist zwar auch eher unwahrscheinlich - da sei der Schwarzmarkt vor - aber das wäre wohl auch etwas weit gedacht. Aber noch ist nicht aller Tage abend, vielleicht befragt man ja auch nochmal ein paar Experten bevor am Freitag über das Verbot entschieden wird - aber dafür würd ich lieber keine Garantie übernehmen. Eher pessimistische Menschen sollten vielleicht besser noch vorsorgen. ;)


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