Bitte Bitte nur sieben Tage

joan 05 Juni, 2007 14:04 seltsames Permalink Trackbacks (0)

Stellen wir uns mal folgendes vor:
Sportverbände und Vereine starten eine Kampagne für verantwortungsvollen Cannabis-Konsum bei Kindern und Jugendlichen. Begründung: Dass Cannabis aus dem Leben vieler junger Menschen nicht mehr wegzudenken ist, zeigen aktuelle Zahlen [...] - Cannabis generell zu verbieten, würde nicht gelingen [...] - und so, wie Kinder laufen, kicken und eine Flanke im Fußball lernen, müssen sie auch den richtigen Umgang mit Suchtmitteln lernen. Ziel der Aktion sei vor allem die Prävention bei Kindern und Jugendlichen und da rund 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen Mitglieder in Sportvereinen seien, hofften die Veranstalter, durch die Initiative viele von ihnen zu erreichen.

Stellen wir uns weiterhin vor das Sinnbild dieser Aktion wäre eine Wasserpfeife mit nur halb gestopftem Köpfchen, in welcher - wie in einer Vase - eine Blume steht. Und nun stellen wir uns noch schnell vier Sportfunktionäre vor die jeweils eine dieser Bongs grinsend in die Kamera halten. Bildunterschrift: Wir sind so frei - Sieben Tage ohne!

Oh, ich höre schon den Aufschrei in der Presse, wie kann man nur Kindern Haschisch empfehlen - wo doch jeder weiß das ein verantwortungsvoller Konsum davon nicht möglich ist. Schließlich gibt es in der offiziellen Sprache nur Miß- und keinen Gebrauch. Und vor allem bei Kindern und Jugendlichen führt selbiger sowieso schnell zur sofortigen Gehirn-Rückbildung und macht sie zu sabbernden, inkontinenten Monstern.

Aber wenn wir jetzt mal fix das Wörtchen Cannabis mit Alkohol ersetzen würden?
Und statt der Bong würden wir einfach einen halbvollen Maß-Krug Bier mit Blume nehmen?
Was würde dann passieren?


Bild: Jürgen Peperhowe, Westfälische Nachrichten

Genau, ruckzuck bekämen wir Fördergelder vom Bund und unsere Aktion wäre Teil der bundesweiten Suchtwoche gegen Alkohol, die unter der Regie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ausgerufen wurde. Alkohol-Abgabe an Kinder ist zwar auch nicht so ganz OK, aber hier sieht man der Realität ins Auge. Irgendwie muss man die Kiddies ja erreichen - und einsperren hilft ja (bei Alkohol) nicht.

Prost.


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